Wegleitung: Hospitationspraktikum

Umfang der Tätigkeit an einer Maturitätsschule:
10 Lektionen Hospitation bei einer Lehrperson

1. Ziele und Inhalte

Im Hospitationspraktikum betrachten die Studierenden in Kenntnis bereits erarbeiteter theoretischer Inhalte den Unterricht aus der Perspektive der Beobachterin bzw. des Beobachters. Ziel des Hospitationspraktikums ist es, die eigene berufliche Orientierung und den Rollenwechsel zur Lehrperson in der Praxis zu reflektieren.

Mögliche Fragen zur Unterrichtsbeobachtung

Die nachfolgenden Fragen dienen zur Anregung möglicher Perspektiven der Unterrichtsbeobachtung:

  • Welche Planungsschritte liegen dem Unterricht zugrunde?
  • Wie wird der Unterricht eröffnet und wie wird er abgeschlossen?
  • Welche Unterrichtsverlaufsmuster werden ersichtlich?
  • Welche Bildungs-/Richt-/Lernziele werden angestrebt?
  • Wie werden die Schülerinnen und Schüler aktiviert?
  • Welche Methoden, Sozialformen, Medien und Materialien werden eingesetzt?
  • Welche Aufträge und Aufgaben erhalten die Schülerinnen und Schüler? Wie reagieren sie auf die Anforderungen?
  • Wie werden die Ergebnisse der Lernaktivitäten gesichert?
  • Wie führt die Praktikumslehrperson die Klasse?
  • Wie interagieren die Schülerinnen und Schüler miteinander?
  • Wie regt die Praktikumslehrperson die Schülerinnen und Schüler zu Denkprozessen an (z.B. Fragen, Darstellungsformen, Aufgaben, Gespräche)?
  • Wie motiviert die Praktikumslehrperson die Schülerinnen und Schüler?
  • Was tragen die Schülerinnen und Schüler zur gemeinsamen Erarbeitung der Inhalte bzw. zum Lernprozess der Klasse bei?
  • Wie unterstützt die Praktikumslehrperson die Schülerinnen und Schüler bei deren Lernprozessen?
  • Wie lassen sich spezifische Verhaltensweisen der Schülerinnen und Schüler entwicklungspsychologisch deuten?

2. Umfang und Dauer

Der «praktische Teil» des Hospitationspraktikum, das in der Regel im ersten Semester und parallel zu den Modulen «Allgemeine Didaktik» oder «Pädagogische Psychologie» absolviert wird, umfasst zehn hospitierte Lektionen an einer Maturitätsschule (vgl. Studienordnung § 21).

3. Begleitung

Es ist gewinnbringend, wenn vor oder nach den hospitierten Lektionen kurze Gespräche zwischen der Praktikumslehrperson und den Studierenden stattfinden. Diese Gespräche fördern das Verständnis der Studierenden für den Kontext bzw. die Ziele der zu hospitierenden Lektionen.

4. Dokumentation: Bericht der Studierenden zum Hospitationspraktikum

Die Studierenden verfassen einen Bericht, der von einer wissenschaftlichen Mitarbeiterin oder einem wissenschaftlichen Mitarbeiter der Abteilung LLBM begutachtet wird.
Sie wählen einen oder zwei Beobachtungsschwerpunkte aus, auf den bzw. auf die sie sich während der Hospitationen konzentrieren (vgl. mögliche Fragen unter 1.), und dokumentieren die eigenen Beobachtungen.

Die verbindlichen Informationen zum Verfassen des Berichts sind im Merkblatt zum Hospitationspraktikum (PDF, 170 KB) festgehalten.

5. Bestehenskriterien

Die Studierenden lassen sich die Durchführung der Hospitation im vereinbarten Umfang und zu den vereinbarten Zeiten von der Praktikumslehrperson auf einem Formular (PDF, 95 KB) bestätigen. Das unterschriebene Formular wird aus Gründen der Anonymisierung als gesonderte Datei (z.B. als PDF, .jpeg, .tiff) zusätzlich zum Praktikumsbericht in den persönlichen Abgabeordner auf OLAT geladen. Bitte beachten Sie, dass Berichte, zu denen keine Hospitationsbestätigung vorliegt, nicht angenommen werden.

Der Hospitationsbericht hat inhaltliche und formale Kriterien zu erfüllen, diese sind im Merkblatt zum Hospitationspraktikum (PDF, 170 KB) festgehalten.

Nach Abgabe des Berichts erhalten die Studierenden bis spätestens Ende Dezember (HS) bzw. Ende Juni (FS) via OLAT eine schriftliche Rückmeldung durch eine wissenschaftliche Mitarbeiterin oder einen wissenschaftlichen Mitarbeiter des Instituts für Erziehungswissenschaft. Berichte, die den Kriterien nicht genügen, werden zurückgewiesen und müssen zum Erwerb des ECTS-Punktes für das Hospitationspraktikum innerhalb einer Frist von 14 Tagen überarbeitet werden.

6. Organisation und Zuteilung

Die Zuweisung zu einer Praktikumslehrperson erfolgt nach Ablauf der Buchungs- und Stornierungsfristen durch die Administration der Abteilung LLBM. Die Studierenden erhalten die entsprechenden Informationen per E-Mail auf ihre uzh.ch-Adresse. Sie sind verpflichtet, sich spätestens zehn Tage nach der Zuteilung bei der Praktikumslehrperson zu melden, um die Termine für die Hospitationen zu vereinbaren.

Die zeitliche Verteilung der zehn Lektionen wird individuell vereinbart. In der Regel sind drei bis vier Halbtage notwendig. Einer Praktikumslehrperson können mehrere Studierende zugewiesen werden, diese Studierenden sprechen sich untereinander so ab, dass sie die Lektionen gemeinsam besuchen können.

Ein angefangenes Hospitationspraktikum muss zu den mit der Praktikumslehrperson verbindlich vereinbarten Zeiten durchgeführt werden.

Studierende, die bereits an einer Maturitätsschule unterrichten, können das Hospitationspraktikum auf Wunsch an der eigenen Schule, jedoch nicht in den eigenen Klassen absolvieren. Der entsprechende Antrag ist mit dem Formular «Antrag Hospitationspraktikum an eigener Schule» (PDF, 134 KB) bis zum Ende der ersten Vorlesungswoche im Semester bei der Administration der Abteilung LLBM einzureichen.

7. Vorgehen bei Schwierigkeiten

Treten im Hospitationspraktikum gravierende Schwierigkeiten auf, soll frühzeitig mit der Abteilungsleitung LLBM Kontakt aufgenommen werden. Die Kontaktaufnahme kann durch die Praktikumslehrperson oder die Studentin bzw. den Studenten erfolgen. Ausführlichere Hinweise können dem Merkblatt zum «Vorgehen bei Schwierigkeiten» (PDF, 145 KB) entnommen werden.

8. Rechtsgrundlagen

Die verbindlichen Rechtsgrundlagen für das Hospitationspraktikum sind in der Studienordnung zum Studiengang «Lehrdiplom für Maturitätsschulen» in den §§ 20 bis 22 festgehalten.

 

Diese Wegleitung wurde im Januar 2016 verfasst und am 3. Februar 2016 publiziert. Letzte Änderungen:
- 11.6.16: sprachliche Präzisierung, Vereinheitlichung des Layouts der Merkblätter