Aktuelles

Stellenausschreibung

Zum 01. Februar 2018 suchen wir am Lehrstuhl Ausserschulische Bildung und Erziehung, Institut für Erziehungswissenschaft der Universität Zürich,

eine wissenschaftliche Projektmitarbeiterin/einen wissenschaftlichen Projektmitarbeiter

für ein vom Schweizerischen Nationalfonds (SNF) gefördertes Forschungsprojekt zum Thema „Peerspezifische Sozialisationsprozesse im Jugendalter“. Die Stelle ist auf vier Jahre befristet und kann als Doktorandenstelle (60%) oder als Postdoc-Stelle (50%) besetzt werden.

Aufgabe der Projektmitarbeiterin/des Projektmitarbeiters ist die Beteiligung an allen Arbeiten des qualitativ ausgerichteten Forschungsprojektes: Konzeption und Kontaktpflege, Datenerhebung und -analyse, Ergebnispräsentation.

Von Bewerberinnen und Bewerbern werden erwartet:

  • Abgeschlossenes Studium oder Promotion in den Sozial- bzw. Erziehungs­wissenschaften
  • Vertiefte Kenntnisse zur Forschung in den Bereichen Sozialisation, Kindheit und Jugend, speziell zu den sozialen Beziehungen Heranwachsender zu Peers
  • Vertiefte Kenntnisse und Erfahrungen zu methodischen Verfahren qualitativer Sozial­forschung, speziell in Bezug auf ethnografische Verfahren, Interviews und Methoden qualitativer Datenanalyse (z.B. Grounded Theory); erwünscht sind Kenntnisse im Umgang mit Analysesoftware (z.B. MAXQDA)
  • Zuverlässigkeit, Teamfähigkeit und selbständige Arbeitsweise

Wir bieten:

  • Gelegenheit zur Qualifikation
  • Mitarbeit in einem dynamischen Forschungsteam
  • Arbeit in einem anregenden, forschungsintensiven Umfeld
  • Entlohnung und Sozialleistungen nach kantonalen Richtlinien

Für weitere Auskünfte und Rückfragen steht Ihnen Prof. Dr. Peter Rieker (E-Mail: prieker@ife.uzh.ch) zur Verfügung. Unten stehend finden Sie weitere, inhaltliche Informationen zum Projekt.

Bitte senden sie ihre vollständigen Bewerbungsunterlagen (Anschreiben, Lebenslauf, relevante Zeugnisse, ggf. Publikationsverzeichnis und Angaben zu Vorträgen) bis zum 17.11.2017 per Mail an Herrn Prof. Dr. Peter Rieker (prieker@ife.uzh.ch) und an Herrn Daniel Werner (dwerner@ife.uzh.ch).

Die Vorstellungsgespräche sind für den 30.11.2017 geplant. Die zum Vorstellungsgespräch Eingeladenen werden zu gegebener Zeit gebeten, einen eigenständig verfassten Text einzureichen.

Eine PDF-Version dieser Stellenausschreibung finden Sie hier: Stellenausschreibung SNF-Projekt ABE UZH (PDF, 26 KB)

 

Weiterführende Informationen zum SNF-Projekt „Peerspezifische Sozialisationsprozesse im Jugendalter“:

Peers gelten als wichtige Instanz der Sozialisation von Jugendlichen. Die den Peers hierbei zugeschriebene Bedeutung weist eine grosse Spannbreite auf: Während etwa die Kriminologie vorwiegend negative Einflüsse der Peergroup untersucht, werden in Bezug auf pädagogische Kontexte verstärkt produktive Prozesse hervorgehoben. So wird beispielsweise konstatiert, Peers würden sich wechselseitig bei der Bewältigung adoleszenter Entwicklungsanforderungen, bei der Abgrenzung von Erwachsenen sowie bei Problemen unterstützen und auf diese Weise auch der Identitätsbildung dienen. Theoretisch stützen sich entsprechende Analysen auf ganz unterschiedliche, vor allem jugendsoziologische, entwicklungspsychologische und erziehungswissenschaftliche Ansätze. Diese theoretischen Annahmen sind bislang aber noch nicht substanziell bestätigt, d.h. Peergroup-spezifische Praktiken, die subjektive Bedeutung der Peers und die Entwicklungsverläufe der peerspezifischen Sozialisation sind kaum konkret dokumentiert.

Das geplante Projekt fokussiert peerspezifische Sozialisationsprozesse von 12- bis 16-Jährigen; es geht mit Bezug auf ein interaktionistisches Sozialisationsverständnis davon aus, dass den Beteiligten eine aktive Rolle in der Gestaltung peerspezifischer Sozialisationsprozesse zukommt. Damit ist ein Wechselverhältnis von strukturellen Gegebenheiten und individuellen sowie kollektiven Gestaltungs­möglichkeiten angesprochen, welches in seiner Dynamik verschiedene Praktiken hervorbringt, die durch die beteiligten Subjekte reflektiert werden und im Jugendalter Entwicklungen durchlaufen. Das Forschungsinteresse richtet sich auf peerspezifische Sozialisationsprozesse wobei folgende Dimensionen fokussiert werden:

  • Praktiken der Konstitution von Peergroups und sozialen Beziehungen zwischen Peers;
  • Praktiken der Herausbildung und Übernahme von Orientierungs- und Handlungsmustern im Kontext der Peers;
  • Anregungen, Vorgaben und Strukturierungen durch erwachsene Bezugspersonen.

Die Erkenntnisse zu diesen Dimensionen sollen anhand der folgenden Fragen ausdifferenziert sowie zueinander in Bezug gesetzt werden, um zu belastbaren Resultaten hinsichtlich peerspezifischer Sozialisationsprozesse von 12- bis 16-Jährigen zu führen:

  • Welche Bedeutung haben die jeweiligen Kontextbedingungen, Gruppenspezifika und Zugehörigkeitsdimensionen für diese Sozialisationsprozesse in Peergroups?
  • Wie werden diese peerspezifischen Sozialisationsprozesse, Kontextbedingungen, Anregungen und soziale Beziehungen der Jugendlichen aus der Sicht der verschiedenen Beteiligten charakterisiert und bewertet?
  • Welche Entwicklungsverläufe zeigen sich in Hinblick auf Praktiken in Peergroups, deren subjektive Beurteilung und die Position der Peergroups im Kontext sonstiger sozialer Beziehungen Jugendlicher?

Einbezogen werden sollen Peergroups, die sich in Hinblick auf ihre institutionelle Einbettung, den Bezug zu Erwachsenen sowie das Geschlecht der Heranwachsenden unterscheiden. Zunächst werden Peergroups 12- bis 14-Jähriger fokussiert, da im Übergang zwischen Kindheit und Jugend-alter die Peers an Bedeutung gewinnen und sich in dieser Phase Praktiken entwickeln, die auf neue Herausforderungen auf individueller wie kollektiver Ebene gerichtet sind. Nach zwei Jahren werden die Praktiken und Sichtweisen der dann 14- bis 16-Jährigen erneut untersucht, um Entwicklungs­verläufe erfassen zu können.

Geplant sind Datenerhebungen mittels ethnographischer Beobachtungen und Interviews, wobei neben den Sichtweisen der Jugendlichen auch die Perspektiven Erwachsener berücksichtigt werden sollen, die entweder am Gruppengeschehen beteiligt sind oder dieses als Beobachtende einschätzen können. Mittels eines netzwerkanalytischen Zugangs werden auch andere soziale Beziehungen sowie die Relevanz der beobachteten Peergroups fokussiert. Die Datenanalyse nutzt die verschiedenen Vergleichsdimensionen mittels kontrastierender Analysen. Das beantragte Forschungsprojekt soll das Verständnis für die Potenziale und Leistungen von Peergroups schärfen und die Erkenntnislage bezüglich der formulierten Fragen klären.

Eine PDF-Version dieser weiterführenden Informationen zum SNF-Projekt „Peerspezifische Sozialisationsprozesse im Jugendalter“ finden Sie hier: Weiterführende Informationen zum SNF-Forschungsprojekt „Peerspezifische Sozialisationsprozesse im Jugendalter“ (PDF, 32 KB)

Verleihung des SGSA-Nachwuchspreises 2017

Giovanna Hartmann Schälli, die am Institut für Erziehungswissenschaft der Universität Zürich studiert hat und am Lehrstuhl Ausserschulische Bildung und Erziehung als Assistentin beschäftig ist, hat den 2017 erstmals ausgeschriebenen Nachwuchspreis der Schweizerischen Gesellschaft für Soziale Arbeit verliehen bekommen. Sie erhält den Preis für ihre MA-Arbeit mit dem Titel „‚Der Solotänzer im Damenballett‘ – Männliche Erzieher und Geschlechtlichkeit“. Giovanna Hartmann Schälli teilt sich den SGSA-Nachwuchspreis mit Bea Glaser von der Hochschule Luzern, die für ihre MA-Arbeit „Legitimationsstrategien von Professionellen in der Sozialen Arbeit. Vom Umgang mit dem Datenschutz in der Sozialhilfe“ ausgezeichnet wurde.

Neu erschienen:

Verena Kuglstatter

Der Gebrauch der Jugendgewaltprävention

Subjektivierungsformen eines Problemdiskurses

Seit jeher nehmen Jugenddiskurse die Gestalt von Problemdiskursen an. Welche spezifische Bedeutung kommt Jugendgewaltprävention dabei zu?
Verena Kuglstatter verknüpft im Anschluss an Michel Foucault Diskursanalyse mit interpretativen Verfahren und zeigt für die Schweiz, wie die Orientierung von Fachkräften Sozialer Arbeit an kriminalpolitischer Programmatik dazu führt, dass Jugendgewalt als ein problematischer und dauerhaft zu bearbeitender Gegenstand diskursiv hervorgebracht wird. Dadurch werden einerseits die Professionen sowie die generationalen Machtverhältnisse legitimiert – andererseits jedoch wird Soziale Arbeit in ihrer Autonomie beschränkt und Jugendlichen werden Möglichkeiten der Partizipation verwehrt.

Weiterführende Informationen sowie Bestellmöglichkeit unter:

http://www.transcript-verlag.de/978-3-8376-3898-1/Der-Gebrauch-der-Jugendgewaltpraevention

Forschung zu Mädchenarbeit durch Studierende

Seit nun mehr als einem halben Jahrhundert gibt es Mädchenarbeit und einen fachlichen Diskurs darüber. In der Schweiz wurde im vergangenen Jahr eine qualitative Studie zur Wirksamkeit von Mädchenarbeit in einem Mädchentreff durchgeführt: Junge Frauen, die sich als Teenager im Mädchentreff PUNKT 12 in Bern engagierten, wurden aus der Retrospektive zur Wirkung der Mädchenarbeit befragt. Die Fachgruppe „Plattform Mädchenarbeit“ des Dachverbandes offene Kinder- und Jugendarbeit Schweiz (DOJ) lädt dazu ein, ergänzend zu dieser Studie weitere Fragen zu bearbeiten und dabei auch weitere Einrichtungen einzubeziehen, um vergleichbare Ergebnisse aus der ganzen Deutschschweiz zu erhalten. Folgende Fragen erscheinen aus Sicht der Fachgruppe grundsätzlich interessant:

- Welche nachhaltige Wirkung hat die Mädchenarbeit auf die Biografie der Mädchen?

- Welchen Sinn geben die Mädchen der Mädchenarbeit subjektiv in ihrer Biografie?

- Inwiefern hatten die Prinzipien der Mädchenarbeit (vgl. Grundlagenpapier „Mädchenarbeit in der offenen Kinder- und Jugendarbeit in der Schweiz“, S. 71) Einfluss auf die biografische Entwicklung der Mädchen?

- Inwiefern wurden die Mädchen durch die Mädchenarbeit geprägt?

Die Fachgruppe Plattform Mädchenarbeit hat auch über diese Fragen hinaus grosses Interesse an Untersuchungen zur Mädchenarbeit und ist bereit, Forschung durch Studierende zu unterstützen, z.B. durch Informationen und durch Hilfe beim Zugang zu Fachpersonen, Einrichtungen und Adressatinnen der Mädchenarbeit.

Forschungsarbeiten Studierender können am Lehrstuhl ABE des IfE betreut und begleitet werden.

Bei Interesse und für zusätzliche Informationen melden Sie sich bitte bei Rebecca Mörgen (rmoergen@ife.uzh.ch) oder bei Prof. Dr. Peter Rieker (prieker@ife.uh.ch).