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Neu erschienen:

Verena Kuglstatter

Der Gebrauch der Jugendgewaltprävention

Subjektivierungsformen eines Problemdiskurses

Seit jeher nehmen Jugenddiskurse die Gestalt von Problemdiskursen an. Welche spezifische Bedeutung kommt Jugendgewaltprävention dabei zu?
Verena Kuglstatter verknüpft im Anschluss an Michel Foucault Diskursanalyse mit interpretativen Verfahren und zeigt für die Schweiz, wie die Orientierung von Fachkräften Sozialer Arbeit an kriminalpolitischer Programmatik dazu führt, dass Jugendgewalt als ein problematischer und dauerhaft zu bearbeitender Gegenstand diskursiv hervorgebracht wird. Dadurch werden einerseits die Professionen sowie die generationalen Machtverhältnisse legitimiert – andererseits jedoch wird Soziale Arbeit in ihrer Autonomie beschränkt und Jugendlichen werden Möglichkeiten der Partizipation verwehrt.

Weiterführende Informationen sowie Bestellmöglichkeit unter:

http://www.transcript-verlag.de/978-3-8376-3898-1/Der-Gebrauch-der-Jugendgewaltpraevention

Verleihung des SGSA-Nachwuchspreises 2017

Giovanna Hartmann Schälli, die am Institut für Erziehungswissenschaft der Universität Zürich studiert hat und am Lehrstuhl Ausserschulische Bildung und Erziehung als Assistentin beschäftig ist, hat den 2017 erstmals ausgeschriebenen Nachwuchspreis der Schweizerischen Gesellschaft für Soziale Arbeit verliehen bekommen. Sie erhält den Preis für ihre MA-Arbeit mit dem Titel „‚Der Solotänzer im Damenballett‘ – Männliche Erzieher und Geschlechtlichkeit“. Giovanna Hartmann Schälli teilt sich den SGSA-Nachwuchspreis mit Bea Glaser von der Hochschule Luzern, die für ihre MA-Arbeit „Legitimationsstrategien von Professionellen in der Sozialen Arbeit. Vom Umgang mit dem Datenschutz in der Sozialhilfe“ ausgezeichnet wurde.

Ankündigung: Internationale Fachtagung: Multiperspektivische Forschung zur Sozialisation in Institutionen

Am 09. und 10. November 2017 findet an der Universität Zürich, in Kooperation mit der Universität Kassel, eine internationale Fachtagung zum Thema "Multiperspektivische Forschung zur Sozialisation in Institutionen" statt.

Informationen zur Tagung (kurze Inhaltsangabe, Liste der Referierenden, Programm und Ortsangaben) können den dem Flyer und dem Falt-Flyer entnommen werden:

Flyer zur Tagung "Multiperspektivische Forschung zur Sozialisation in Institutionen" UZH 2017 (PDF, 456 KB)

Falt-Flyer zur Tagung "Multiperspektivische Forschung zur Sozialisation in Institutionen" UZH 2017 (PDF, 456 KB)

Die Teilnahme an der Tagung ist kostenlos. Sie richtet sich an Interessierte aus Forschung, Wissenschaft und Praxis, die sich mit Fragen der Sozialisation in Institutionen beschäftigen.

Kontakt:

Prof. Dr. Peter Rieker prieker@ife.uzh.ch

Prof. Dr. Mechthild Bereswill bereswill@uni-kassel.de

Workshop zu qualitativer Längsschnittforschung - 11. und 12.05.2017

Qualitative Längsschnittforschung: Methodisch-methodologische Herausforderungen und Reflexionspotenziale

Die Erforschung sozialer Phänomene mittels qualitativer Längsschnitt-Designs hat sich in den letzten Jahrzehnten zunehmend als fruchtbare Vorgehensweise in den Sozialwissenschaften etabliert und wertvolle Erkenntnisse hervorgebracht. Ein grundlegendes Argument für diese Vorgehensweise wird in der prozessorientierten Betrachtungsweise gesehen, wodurch gesellschaftlicher Wandel, Transitionen
an Übergängen sowie damit verknüpfte Transformationen auf verschiedenen Ebenen erfasst und analysiert werden können.
Das Angebot an einschlägiger Methodenliteratur zu qualitativer Längsschnittforschung fällt recht überschaubar aus. Dieses Desiderat möchten wir im Rahmen des Workshops aufgreifen und mit einschlägig Forschenden ins Gespräch kommen. Hierbeistehen die unterschiedlichen methodischen Herangehensweisen sowie deren methodologische Verankerung im Vordergrund des gemeinsamen Austauschs.
Längsschnittuntersuchungen stellen komplexe Anforderungen an das Forschungsdesign. So ergeben sich generell Herausforderungen im Umgang mit
Wandlungsprozessen des Untersuchungsgegenstandes, aber ebenso auf der Ebene der am Forschungsprozess beteiligten Personen.
Bei der Konzeption einer qualitativen Längsschnittstudie sind generell Überlegungen zur Gegenstandsangemessenheit leitend. Hierbei auftretende Probleme werden zumindest teilweise durch Rückgriff auf implizites Wissen gelöst und bleiben daher häufig verdeckt. Diese Wissensbestände möchten wir gemeinsam zu heben versuchen und damit einer methodisch-methodologischen Reflexion zugänglich
machen.

Der Rahmenvortrag am Donnerstagabend ist öffentlich und bedarf keiner Anmeldung. Die Workshop-Teilnahme am Freitag ist kostenlos, bedarf aber einer Anmeldung, da max. 20 Plätze zu vergeben sind.
Anmeldung für den Workshop bis spätestens 26. April 2017 per Mail an
nikola.diemer@uzh.ch
Kontakt
franz.zahradnik@ife.uzh.ch

Genauere Angaben zu den Vorträgen und zu den Örtlichkeiten können dem folgenden Flyer entnommen werden:

Flyer-Workshop-Qualitative-Laengsschnittforschung (PDF, 3383 KB)

 

Ankündigung einer internationalen Fachtagung: Verkörperung des Sozialen: Zum Verhältnis von Körper, Sexualität und Sozialer Arbeit im Feld der Sexarbeit

16.-17. Juni 2016 - Universität Zürich, Rämistrasse 71, 8006 Zürich - Raum KOL-H-317

Wie werden mit, am und über den Körper soziale Ordnungen im Feld der Sexarbeit hergestellt, bespielt und/oder verschoben?

Das Verhältnis von Körper, Sexarbeit und Sozialer Arbeit lässt sich innerhalb der wissenschaftlichen Auseinandersetzung als ein eher marginalisiertes und kaum bearbeitetes Feld bezeichnen. Dies ist insofern verwunderlich, als dass davon ausgegangen werden kann, dass gerade der Körperlichkeit eine besondere Relevanz in diesem Feld zugesprochen werden kann: Einerseits werden über bestimmte
Körperbilder hegemoniale und stereotypisierende Vorstellungen des ‚anderen‘, ‚fremden‘, ‚prostitutiven‘ Körpers vermittelt. Andererseits spielt die Körperlichkeit
in der sozialen Interaktion zwischen Sexarbeitenden, Sozialarbeitenden und Kunden eine relevante Rolle. Dem Körper kommt somit eine relevante Bedeutung für die soziale Positionierung von Subjekten zu. Ebenso können normierende
Sprech- und Handlungsweisen über den ‚eigenen‘ wie auch ‚fremden‘ Körper als Ausdruck gesellschaftlicher Macht- und Herrschaftsverhältnisse gelesen
werden. Aber auch für Fragen, die Soziale Arbeit als gesellschaftliche Bearbeitungsinstanz sozialer Problemlagen in ambivalenten, vulnerablen
‚Zwischenräumen‘ des Sozialen fokussieren, spielt der Körper eine elementare Rolle: Welche körperlichen Praktiken lassen sich in sozialpädagogischen
Interaktionen skizzieren? Welche Perspektive wird auf Sexarbeiter*innen und deren Körper eingenommen? Aber auch: Welche Rolle spielt der Körper der Sozialarbeiterin?

Anhand dieser und ähnlicher Fragen möchte die Tagung das Verhältnis von Sexualität, Körper und Sozialer Arbeit im Feld der Sexarbeit aus verschiedenen theoretischen wie auch empirischen Blickwinkeln ausloten. Dabei werden insbesondere interdisziplinäre
Perspektiven auf den Gegenstand Soziale Arbeit und Sexarbeit zusammengeführt, die geeignet sein können, den Blick auf das Forschungsfeld zu weiten und über gemeinsame Diskussionen zu neuen Sichtweisen zu gelangen.

Vortragende: Giovanna Gilges (Ruhr-Universität Bochum), Antje Langer (Universität Paderborn), Marlen Löffler (Goethe-Universität Frankfurt), Rebecca Mörgen (Universität Zürich), Renate Ruhe (Universität Bern), Claudia Vorheyer (Universität Zürich), Julia Wege (Justus-Liebig-Universität Giessen)

Anmeldungen: bis spätestens am 15. Mai 2016 per Mail an nikola.diemer@uzh.ch

Tagungsflyer: Verkörperung des Sozialen (16./17.06.2016 Universität Zürich) (PDF, 182 KB)

 

 

Tagung zur "Partizipation von Kindern und Jugendlichen - Bedingungen und Möglichkeiten in vergleichender Perspektive"

Freitag, 19. Juni 2015

Universität Zürich, Rämistrasse 74, 8001 Zürich - Raum FAI-F-041

Anmeldungen bitte per Mail bis zum 31. Mai 2015 an dwerner@ife.uzh.ch

Vortragende: Prof. Dr. Horst Biedermann (Universität Salzburg); Prof. Dr. Kaspar Burger (Universität Genf); Prof. Dr. Raingard Knauer (Fachhochschule Kiel); Prof. Dr. Wolfgang Kühnel (Hochschule für Wirtschaft und Recht Berlin); Dr. Elisabeth Richter (Universität Hamburg); Prof. Dr. Benedikt Sturzenhecker (Universität Hamburg); Prof. Dr. Helmut Willems (Universität Luxemburg); Dr. Muhammad Zaman (Quaid-i-Azam Universität Islamabad)

Die Partizipation von Kindern und Jugendlichen steht seit einiger Zeit regelmässig im Zentrum der öffentlichen und wissenschaftlichen Aufmerksamkeit. Dieses Interesse ist zunächst politisch motiviert, weil sich die Anzeichen dafür mehren, dass Heranwachsende der Politik zunehmend den Rücken kehren. ‚Politikverdrossenheit‘ wird als Gefahr für die Legitimität und das Funktionieren des demokratischen Systems verstanden. Eine verstärkte Einbindung der Beteiligten und Betroffenen – der Kinder und Jugendlichen im Besonderen – in für sie relevante Entscheidungsprozesse wird infolge dessen in vielen Bereichen als universelles Modell propagiert und ein ‚mehr‘ an ‚Mitbestimmung‘ gilt als zentrale Forderung. Insbesondere in der Kommunalpolitik, im Bildungswesen, in der Kinder- und Jugendhilfe und in der Familie sollen auf diese Weise die politische Sozialisation sowie soziale Lern- und Bildungsprozesse unterstützt, soziale Dienstleistungen angemessener gestaltet und Entscheidungsprozesse demokratisiert werden. Die Forderung nach mehr Partizipation geht jedoch mit ungewissen Erwartungen sowohl auf politischer als auch auf pädagogischer Ebene einher. Es bleibt meist unklar, inwieweit, woran und wann Partizipation von Kindern und Jugendlichen erwünscht sei. Mit Blick auf Kinder und Jugendliche stellt sich dabei in besonderer Weise die Frage, was unter Partizipation eigentlich verstanden wird bzw. verstanden werden kann. Wie viel Partizipation ist tatsächlich umsetzbar und welche Möglichkeiten bringt dies mit sich? Welche Rahmenbedingungen benötigt die Ermöglichung von Partizipation? Welche Herausforderungen gehen damit einher und wie kann diesen begegnet werden? Im Rahmen der Tagung werden neuere Forschungsarbeiten diskutiert, die sich Fragen nach Bedingungen und Möglichkeiten von Partizipation von Kindern und Jugendlichen aus unterschiedlichen Perspektiven nähern.

Alle Informationen finden sich auch auf dem (Falt-)Flyer, der unter folgendem Link abrufbar ist:

Tagungsflyer "Partizipation von Kindern und Jugendlichen" (19.06.2015) (PDF, 471 KB)

ABE-Frühjahrstagung 2015: "Verletzbare Elternschaft: Gefährdung einer Lebensform" (23.-24. April 2015)

Vortragende: Prof. Dr. Andrea Maihofer (Universität Basel); Dr. phil. Yvonne Gassmann (Pflegekinder-Aktion Schweiz); Prof. Dr. Erdmute Alber (Universität Bayreuth); Prof. Dr. Manuel Westphal und M.A. Sina Motzek (Universität Kassel); Dr. iur. Patrick Fassbind(KESB Bern); lic. phil. Simone Brauchli (Universität Zürich); Prof. Dr. Laura Bernardi (Universität Lausanne); Dr. des. Desirée Waterstradt (PH Karlsruhe)

Eltern sind auf vielfältige Weise verletzbar. Durch Elternschaft verändert sich nicht nur das gesamte Beziehungsgefüge, sondern auch der gesellschaftliche Status. Bisherige Lebensentwürfe, Perspektiven und Wertungen stehen in Frage, Routinen und Ressour- cen stehen zur Disposition – oftmals in fundamenta- ler Art und Weise. Die elterliche Sorge ist grundsätz- lich ein riskantes Unterfangen. Insbesondere für Menschen in vulnerablen Lebens- situationen bzw. -konstellationen kann Elternschaft zu einer existenziellen Gefährdung werden. Arbeits- losigkeit, Migrationserfahrung, Krankheit oder Invali- dität, Bildungsdefizite, frühe Elternschaft, aber auch die schlichte Entscheidung für ein atypisches Familienmodell können Eltern und ihre Kinder in prekäre Lebenssituationen bringen. In jüngerer Zeit wird vermehrt diskutiert, wie durch die staatliche Sorge um das Kindeswohl Elternschaft zum Gegenstand politischer Interessen wird und wie dadurch das Verhältnis von Privatheit und Öffent- lichkeit relevante Verschiebungen erfährt. In diesem Zusammenhang konnte bisher anhand verschiedener familienpolitischer Entwicklungen sowie sozialpäd- agogischer Massnahmen die normierende und diskri- minierende Macht des Ideals der bürgerlichen Klein- familie nachgewiesen werden. Ungeklärt ist bisher die Frage, inwieweit Massnahmen für Eltern bzw. Familien in prekären Lebenssituationen dennoch notwendig, welche Angebote in der Schweiz überhaupt vorhanden sind und wie angemessene Unterstützungsformen aussehen könnten.

  • Die Tagung stellt Grenzverläufe zwischen vulnerabler und prekärer Elternschaft zur Diskussion:
  • Wie entstehen prekäre Formen von Elternschaft und wodurch zeichnen sich diese aus?
  • Inwieweit sind Eltern in besonders vulnerablen Lebenskonstellationen gegenwärtig spezifischen Gefährdungen ausgesetzt?
  • Welche Dynamiken werden dabei wirksam?
  • Inwiefern werden spezifische Gefährdungen von Elternschaft durch sozialpolitische, sozial- pädagogische sowie juristische Institutionen hervorgebracht und bearbeitet?

An der Tagung wird die Entstehung und gesell- schaftliche wie fachliche Bearbeitung gefährdeter Elternschaft aus verschiedenen disziplinären und disziplinübergreifenden Perspektiven diskutiert. Ziel ist es, derzeitige Konstellationen gefährdeter Eltern- schaft analytisch zu fassen. Darüber hinaus sollen Vorstellungen entwickelt werden, worin angemes- sene Unterstützungs- und Bearbeitungsformen bestehen könnten.

Weitere Informationen zu dieser Veranstaltung (z.B. zur Publikation) werden folgen.

Tagungsflyer "Verletzbare Elternschaft" (PDF, 298 KB)

Interview mit Prof. Dr. Peter Rieker im evangelischen Wochenmagazin "Doppelpunkt"

"Fremdenfeindlichkeit ist keine menschliche Konstante"

"Fremdenfeindlichkeit erscheint in vielen Formen, sei es in Zeitungsbeiträgen, in denen behauptet wird, die Schweizer Nationalmannschaft bestehe nciht aus "richtigen" Schweizern, seien es die Vorurteile der Schweizer Jenischen gegenüber ausländischen Roma, die kürzlich in einem "Rundschau"-Beitrag des Schweizer Fernsehens zum Ausdruck kamen. Soziologe Peter Rieker erklärt, warum Menschen fremdenfeindlich werden."

Das Interview von Judith Hochstrasse ist im Heft 28/2014 erschienen und unter folgendem Link verfügbar:

Prof. Dr. P. Rieker - Interview in Doppelpunkt (28/2014) (PDF, 253 KB)

 

Dokumentation zur Fachtagung "Reintegration von Straffälligen in der Schweiz" (15.-16. Mai 2014, Universität Zürich)

Interview mit Prof. Dr. Peter Rieker im magazin - Zeitschrift der Universität Zürich (Nummer 1, 22. Jahrgang, Februar 2013)

Das aktuelle Magazin als Online-Ausgabe:

http://www.kommunikation.uzh.ch/publications/magazin/magazin-13-1/magazin-2013-1.pdf

Das Interview mit Prof. Dr. Peter Rieker als PDF-Dokument:

Interview Prof. Dr. Peter Rieker - magazin