„Wege aus der Straffälligkeit – Reintegration junger verurteilter Straftäter“

Dauer: 01.04.2013 bis 31.03.2019

Zu wenig ist bislang darüber bekannt, unter welchen Bedingungen verurteilten Straftätern die Reintegration in ein gesetzeskonformes Leben gelingt und wie sie dabei unterstützt werden können. In einer explorativen Längsschnittstudie sollen deswegen Bedingungen und Verläufe solcher Entwicklungen erforscht werden, die zu einem Leben ohne Straffälligkeit massgeblich beitragen können. Dafür werden die Entwicklungen von insgesamt 50 Straftätern vergleichend in den Blick genommen.

Im Rahmen dieser Untersuchung werden ausführliche qualitative Interviews geführt, sowohl mit 40 straffälligen Personen, die nach einer Verurteilung noch am Beginn ihrer Bewährungsfrist stehen oder aber frisch aus dem Strafvollzug entlassen werden und der Bewährungshilfe unterstellt sind, als auch mit einer Vergleichsgruppe von 10 Personen, die nach einer voll verbüssten Strafe aus dem Strafvollzug entlassen werden und nicht der Bewährungshilfe unterstellt wurden. In einem ersten Interview soll die Vorgeschichte der Verurteilung, das Erleben der Inhaftierung bzw. der verhängten Strafsanktionen sowie die Erwartungen und Einstellung gegenüber dem zukünftigen Leben thematisiert werden. Dabei interessieren auch die Erwartungshaltungen, die von Seiten der Probanden an die Bewährungshilfe gestellt werden, und deren eigene Aktivitäten und Bemühungen in Hinblick auf eine Wiedereingliederung. Bei beiden Gruppen wird der Fokus insbesondere auf die sozialen Netzwerke, die Wohn- und Arbeitssituation sowie auf den Umgang mit der eigenen Straffälligkeit gelegt. Nach Ablauf von ein bis zwei Jahren werden alle Probanden ein zweites Mal interviewt um zu dokumentieren, welchen Verlauf deren Leben genommen hat, wie Angebote seitens der Bewährungshilfe erlebt wurden und welche Faktoren dazu beigetragen haben, ein Leben ohne Straffälligkeit führen zu können.

Auf diese Weise sollen a) die Bedingungen und Verläufe der Reintegration von Straftätern sowie in diesem Zusammenhang b) das Erleben der durch die Bewährungshilfe gewährten bzw. nicht gewährten Angebote bestimmt werden. Auf dieser Grundlage soll geklärt werden, in welchen Konstellationen und in welcher Weise Prozesse der Reintegration fachlich sinnvoll begleitet und unterstützt werden können.