Tagung «Bildungsforschung und Zeitdiagnose»

Tagungszentrum Schloss Au, Kanton Zürich
31. August – 1. September 2017

 

Quelle: Berufe der Datenverarbeitung. Zürich 1973.

Wie auch immer die Zeitdiagnose lauten mag: Bildung scheint die Antwort zu sein. Die pädagogische Forschung profitiert zu einem guten Teil von diesem Reflex. Der Wandel von Werten, Technologien, Massenmedien oder gesellschaftlichen Strukturen dient als beliebter argumentativer Einstieg, um empirisch ausgerichtete Projekte zu legitimieren. Aber auch Bildungsphilosophie, -geschichte und -politik rekurrieren nicht selten auf zeitdiagnostische Prämissen, um die eigenen Überlegungen zu rechtfertigen. So wird die Notwendigkeit von Bildungsreformen nahezu ausschliesslich mit einem gesellschaftlichen Wandel begründet.

Um Form und Funktion von Zeitdiagnosen in der Bildungsforschung und der Bildungspolitik auf den Grund zu gehen, laden wir für die Tagung Forscherinnen und Forscher aus unterschiedlichen Teilbereichen der Erziehungs- und Sozialwissenschaft ein, vor dem Hintergrund ihrer eigenen Erfahrungen zu der Thematik Stellung zu nehmen. Welche Bedeutung haben zeitdiagnostische Annahmen für die Legitimation, theoretische Fundierung, methodische Umsetzung, Auswertung und Darstellung der Ergebnisse?

 

Referentinnen und Referenten

Anne Bosche, PH Zürich

Philipp Eigenmann, Universität Zürich

Marcus Emmerich, Universität Tübingen

Michael Geiss, Universität Zürich

Anke Grotlüschen, Universität Hamburg

Bernd Käpplinger, Universität Giessen

Justin Powell, Universität Luxemburg

Roland Reichenbach, Universität Zürich

Norbert Ricken, Ruhr-Uni­ver­si­tät Bo­chum

Anne Rohstock, Universität Tübingen

Heinz-Elmar Tenorth, HU Berlin

Nicole Vidal, PH Freiburg

Das aktualisierte  können Sie hier (PDF, 254 KB) herunterladen.

Ausstellung «Zeitdiagnosen im Schulalltag»

Anlässlich der Tagung «Bildungsforschung und Zeitdiagnose» wird auf dem Schloss Au eine Ausstellung mit Materialien aus dem Archiv der Kinder- und Jugendzeichnung der Stiftung Pestalozzianum stattfinden. Das Archiv ist eine der umfangreichsten Sammlungen von Kinderzeichnungen in Europa; sie umfasst rund 50'000 Zeichnungen.

Die Ausstellung ergänzt das Tagungsthema durch einen Blick in die Schulzimmer: Die Kinderzeichnungen zeigen eindrücklich, wie Zeitdiagnosen im Schulunterricht aufgegriffen und von Kinderhand visualisiert werden. Anhand von vier Themenbereichen (Verkehr,  Familie, Gewässer/Naturschutz und Zukunftsvisionen/Weltraum) werden etwa Herausforderungen des zunehmenden Strassenverkehrs in den 1950er Jahren und der Wandel von Familienmodellen (1940er- bis 1970er-Jahre) thematisiert. Aber auch Visionen einer mehr oder weniger fernen Zukunft („Die Welt im Jahr 2000“) wurden aus der Sicht der Kinder zu Papier gebracht.

Die Ausstellung wird im Nachgang der Tagung auch in Kulturräumen der PHZH gezeigt.

 

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