Anlage der Untersuchung

Um einerseits die Anforderungen an das Wissen und Können von Studienanfängerinnen und -anfängern aus Sicht der Universitäten und andererseits den Ausbildungsstand der Maturandinnen und Maturanden am Ende ihrer Gymnasialzeit zu erfassen, kommen in den verschiedenen Teilprojekten unterschiedliche Methoden zum Einsatz.

(1) Teilprojekte A und B: Ermittlung studienrelevanten Wissens und Könnens

In den ersten beiden Teilprojekten erfolgt eine Operationalisierung wesentlicher Komponenten eines der in MAR 95 formulierten zwei Hauptziele der Maturitätsbildung, der Erlangung der "Studierfähigkeit", über die Analyse kognitiver Anforderungen, die von universitären Hochschulen in der Schweiz an Studienanfänger und -anfängerinnen verschiedener Studiengänge gestellt werden. Dazu wurden die faktischen Anforderungen der 16 grössten Studienrichtungen mittels Analysen verschiedenster Dokumente wie Studienunterlagen der ersten Semester (Fachcurricula, Skripten, zentrale Lehrbücher usw.) und erster Zwischen- oder Assessmentstufenprüfungen ermittelt sowie eine ergänzende schriftliche Befragung von Dozierenden der Lehrveranstaltungen der ersten Studienjahre durchgeführt. Die analysierten Lehrmaterialien wurden daraufhin untersucht, auf welchem Wissen und Können aus den verschiedenen Maturitätsfächern sie aufbauen. Die Übungen und Prüfungen wurden zudem auf ihre Denkanforderungen hin analysiert (TP A). In TP B wurden und werden die Ergebnisse für einzelne Maturitätsfächer (Erstsprache, Mathematik, Biologie) strukturiert und verdichtet.

(2) Teilprojekt C: Entwicklung und Durchführung von Tests

Auf der Basis der so ermittelten Bestandteile der Studierfähigkeit wurden in Teilprojekt C Tests in diesen genannten Fächern entwickelt, die bei einer nationalen Stichprobe von Maturandinnen und Maturanden zum Einsatz gekommen sind. Damit soll untersucht werden, inwieweit zukünftige Studienanfänger und -anfängerinnen über ausgewählte Teile des in den ersten beiden Teilprojekten ermittelten Wissens und Könnens in den Maturitätsfächern Erstsprache, Mathematik und Biologie verfügen. Ergänzt wurden die Tests durch eine Zusatzbefragung und – an einer Subgruppe von Gymnasien – durch einen Testteil, der hochschulrelevante, allgemeine kognitive Fähigkeiten erfasst.

(3) Teilprojekte D1 und D2: Analyse von Maturitätsprüfungen und Maturitätsarbeiten

In diesen Teilprojekten werden Aspekte der an den Gymnasien mittels der Maturitätsprüfungen (TP D1) und der Maturitätsarbeiten (TP D2) schulintern vorgenommenen Leistungsmessungen untersucht. Die Maturitätsprüfungen werden auf fachspezifische inhaltliche Kategorien und das Potenzial kognitiver Anspruchsniveaus hin analysiert. Die Analyse der ca. 450 theoretischen und empirischen Maturitätsarbeiten aus der gesamten Schweiz erfolgt unter dem Aspekt, inwieweit Maturandinnen und Maturanden mittels der Anfertigung der Arbeiten eine eigenaktive Einsicht in wissenschaftliches Arbeiten gewinnen. Neben einem Rating der Maturaarbeiten im Hinblick auf formale und inhaltliche Qualitätskriterien zur Bestimmung der wissenschaftspropädeutischen Elemente werden zusätzlich über eine standardisierte Befragung und über eine Dokumentenanalyse von Reglementen, Weisungen u.ä. verschiedene Rahmenbedingungen erfasst, unter denen Maturaarbeiten an den Schulen entstehen. Das Teilprojekt D2 wird durch die Fachhochschule Nordwestschweiz in Aarau durchgeführt (siehe Beteiligte Institutionen).