Ökonomische Kompetenzen von Maturandinnen und Maturanden (SNF-Projekt: 05/2010 bis 04/2013)

Ausgangslage

Die Auswirkungen der aktuellen Finanz- und Wirtschaftskrise machen besonders deutlich, dass fundierte ökonomische Kompetenzen angesichts der wachsenden Bedeutung und zunehmenden Komplexität wirtschaftlicher Prozesse in modernen Gesellschaften eine Grundvoraussetzung zur Bewältigung privater, beruflicher und gesellschaftlich-politischer Lebenssituationen sind. Zugleich wird in der öffentlichen Diskussion immer wieder auf entsprechende Kompetenzdefizite von Schülerinnen und Schülern hingewiesen. Dabei kann sich der Diskurs in der Schweiz allerdings kaum auf empirische Daten stützen.

Ziele des Forschungsprojekts

Das Projekt hat zum Ziel, die ökonomischen Kompetenzen von Maturandinnen und Maturanden mittels Leistungstests und Fragebögen zu erfassen sowie schulische und ausserschulische Einflussfaktoren auf den Kompetenzerwerb zu identifizieren. Die Haupterhebung erfolgt im zweiten Semester des Schuljahrs 2010/11 an Gymnasien und Berufsmaturitätsschulen der deutschsprachigen Schweiz. Grundgesamtheit sind Maturandinnen und Maturanden, die im Sommer 2011 ihre Abschlüsse erlangen. Aus diesen wird eine repräsentative Stichprobe von rund 3’000 Lernenden gezogen.

Kompetenzverständnis

Der Untersuchung wird ein Verständnis ökonomischer Kompetenzen zugrunde gelegt, das fachlich-kognitive Aspekte im Sinne einer ökonomischen Grundbildung (Economic Literacy) erfasst und motivational-affektive Komponenten sowie Einstellungen und Werthaltungen einbezieht. Ökonomische Kompetenzen umfassen demnach die Gesamtheit des Wissens, der Fertigkeiten und Bereitschaften eines Individuums, wirtschaftliche Problemstellungen erfolgreich und verantwortungsvoll lösen zu können. Das Verständnis ökonomischer Kompetenzen ist dabei normativ auf das Ziel der „vertieften Gesellschaftsreife“ ausgerichtet.

Bedeutung der Forschungsarbeit

Im Hinblick auf den Stand der ökonomischen Kompetenzen von Maturandinnen und Maturanden wird die Untersuchung helfen, das derzeitige empirische Defizit zu beseitigen. Gleichzeitig wird erstmalig in der Schweiz ein Leistungsvergleich zwischen Gymnasien und den aufstrebenden Berufsmaturitätsschulen möglich sein. Die systematische Identifikation von Prädiktoren ökonomischer Kompetenzen, die Beschreibung nichtkognitiver Kompetenzaspekte sowie deren Interaktion mit den kognitiven Kompetenzen werden für die Domäne "Ökonomische Bildung" Lücken schliessen. Erste Ergebnisse werden Ende 2011 publiziert.