Hintergrund

Die Schweizer Gymnasien als traditionelle Bildungsvermittler und Zubringerschulen für die Universitäten haben in den letzten zwei Dekaden einiges an Veränderungen erlebt und umgesetzt. Die Maturitätsreform MAR 95 war das Ergebnis langer Auseinandersetzungen um Inhalte und Ziele der gymnasialen Bildung, fungierte aber ihrerseits als eine Art Initialzündung für eine Reihe von Evaluationen, Diskussionen und Expertisen. Bildungspolitische Veränderungen wie HarmoS, Lehrplan 21 oder der Bologna-Prozess trugen zu einem Nachdenken über allfällige gymnasiale Reformen im eng verzahnten Bildungssystem bei. Wo Handlungsbedarf besteht und in welche Richtung es gehen soll, ist seit einigen Jahren bevorzugter Gegenstand vieler Diskussionen, Positionspapiere und Untersuchungen von gesellschaftlichen und/oder in das Bildungssystem involvierten Kräften mit unterschiedlichen Interessen und politischen Stossrichtungen. Einige der Studien überschneiden oder ergänzen sich methodisch oder hinsichtlich ihrer Empfehlungen. Andere sind visionär – geradezu utopisch − lokal begrenzt oder auf einen Teilaspekt konzentriert. Was jedoch fehlt, ist eine umfassende, strukturierte Darstellung des Status quo, des laufenden bildungspolitischen Diskurses und der Veränderungsmöglichkeiten des Gymnasiums. Genau dies möchte das Projekt BiGym − Bildung am Gymnasium leisten.