Erfolgreicher Unterricht in heterogenen Lerngruppen auf der Volksschulstufe des Kantons Zürich – Wissenschaftlicher Bericht im Auftrag der Bildungsdirektion

Dauer: März 2010 bis Juni 2013

Wann immer Lernende in Gruppen unterrichtet werden, tritt die Frage auf, wie mit Heterogenität im Sinne interindividueller Unterschiede in den Lern- und Verhaltensvoraussetzungen, Entwicklungsniveaus, Sprachkompetenzen, Lernmotivationen, emotionalen, kognitiven und sozialen Fähigkeiten sowie mit soziokulturellen Unterschieden umgegangen werden soll. In der Schweiz, auch im Kanton Zürich, wurde lange Zeit versucht, mittels Separation möglichst homogene Schülergruppen hinsichtlich Lernvoraussetzungen und Fähigkeiten zu bilden. Lernende mit besonderen pädagogischen Bedürfnissen wurden in Klein- bzw. Sonderklassen unterrichtet. Mit dem neuen Volksschulgesetz, welches am 5. Juni 2005 vom Kantonsrat und vom Zürcher Stimmvolk angenommen wurde, wird dem separativen System der schulischen Differenzierung der Rücken gekehrt. Mit dem Ziel einer „Volksschule für alle“ sollen nun alle Lernenden - wenn möglich - in Regelklassen integriert und unterrichtet werden. Dies stellt sehr hohe Anforderungen an den Unterricht und an die Klassenführung. Deshalb hat das Volksschulamt des Kantons Zürich einen wissenschaftlichen Bericht in Form eines Grundlagen- und eines Umsetzungskonzeptes zur Gestaltung und Entwicklung des Unterrichts in heterogenen Lerngruppen in Auftrag gegeben. Im Rahmen dieses Projektes, welches vom Institut für Erziehungswissenschaft der Universität Zürich durchgeführt wird, werden theoretische Grundlagen sowie der aktuelle Forschungsstand erarbeitet und Fallstudien durchgeführt. Bei den Fallstudien werden sechs ausgewählte Schulen bezüglich ihres Umgangs mit heterogenen Lerngruppen ausführlich betrachtet. Bei jeder der sechs Schulen werden schulinterne Dokumente betreffend Umgang mit Vielfalt und Integration im Unterricht analysiert. Unter der Berücksichtigung dieser Ergebnisse werden sodann Interviews mit den Schulleitern geführt. Ebenso werden Regel- sowie Speziallehrkräfte über ihren Umgang mit Vielfalt und Integration befragt. Alle Interviews werden auf Tonträgern festgehalten, zusammenfassend transkribiert und inhaltsanalytisch ausgewertet. Darüber hinaus wird eine Vollerhebung bei allen Lehrpersonen der sechs Schulen in Form einer Online-Befragung durchgeführt. Die daraus resultierenden Daten werden quantitativ und qualitativ ausgewertet.