SOLEVA, wissenschaftliche Evaluation des Projekts „Selbst organisiertes Lernen (SOL) an Zürcher Mittelschulen - neue Lehr- und Lernformen"

Dauer: April 2010 bis April 2012

Projektleitung: Prof. Dr. Katharina Maag Merki

Kooperationspartner: Prof. Dr. Kurt Hofer und Prof. Dr. Erich Ramseier, Pädagogische Hochschule Bern, Zentrum für Forschung und Entwicklung

zur Projektwebsite SOLEVA

Das Projekt "Selbst organisiertes Lernen (SOL) an Zürcher Mittelschulen - neue Lehr- und Lernformen" wird im Auftrag der Bildungsdirektion an den Zürcher Gymnasien im Schuljahr 2010/2011 in die Praxis umgesetzt. In diesem Kontext führt das Institut für Erziehungswissenschaft (Lehrstuhl Prof. Dr. Maag Merki) in Kooperation mit der Pädagogischen Hochschule Bern, Zentrum für Forschung und Entwicklung, als hochschulübergreifende Forschungsgruppe die externe wissenschaftliche Evaluation durch.

Das selbst organisierte Lernen wird als zentrale überfachliche Kompetenz interpretiert, die es gilt, während der Schulzeit zu fördern, damit die Schülerinnen und Schüler die notwendigen Fähigkeiten erlangen, sowohl im Studium als auch im Beruf komplexe Aufgaben und Herausforderungen selbstständig zu bearbeiten. Ergebnisse aus Studien zu überfachlichen Kompetenzen an Gymnasien weisen jedoch darauf hin, dass diese Kompetenzen bei Lernenden nur in begrenztem Umfang ausgebildet sind. Im Rahmen des SOL-Projektes der Bildungsdirektion haben alle Zürcher Mittelschulen (Gymnasien) verschiedene Förderprogramme als Antwort auf diese Problematik konzipiert.

Im Zentrum der SOL-Evaluation (SOLEVA) stehen folgende Fragestellungen:

  1. Inwiefern kann das SOL-Projekt einen Beitrag zur Förderung der Fähigkeit zum selbst organisierten Lernen der Schülerinnen und Schüler leisten?
  2. Wie werden das SOL-Projekt und seine Wirkungen auf den verschiedenen Ebenen wahrgenommen (Schüler/innen, Lehrpersonen, Schulen, Kanton)?
  3. Inwieweit liefern die Erkenntnisse und Erfahrungen aus dem SOL-Projekt und den Pilotprojekten an den Schulen einen Beitrag im Hinblick auf die Schul- und Unterrichtsentwicklung sowie auf die Weiterentwicklung des gymnasialen Bildungsgangs (Aufbau und Konzeption, curriculare Verankerung von SOL)?

Die Fragestellungen werden aus theoretischer Sicht auf der Basis eines Mehrebenenmodells analysiert mit dem Ziel, die Wirkungen und Prozesse mehrdimensional zu erfassen. Mit Hilfe von vier verschiedenen, sich teilweise ergänzenden methodischen Verfahren, soll dieses Ziel realisiert werden. Ein Hauptschwerpunkt bildet hierbei die Untersuchung der Lernwirkungen bei den Schülerinnen und Schülern. Durch ein quasi-experimentelles Design und dem Einsetzen eines Lernstrategiewissenstests sowie eines Instrumentariums zur Erfassung habitueller Lernstrategien sollen der Lernzuwachs und die Befähigung zum selbst organisierten Lernen untersucht und mit nicht am SOL-Projekt teilnehmenden Klassen verglichen werden. Ergänzt werden diese Untersuchungen durch Interviews mit Schlüsselpersonen und einen Workshop zur kommunikativen Validierung der Ergebnisse unter Berücksichtigung der zentralen Akteure. Eine integrale Analyse am Ende der Evaluation ermöglicht schliesslich eine übergreifende Synthese der Ergebnisse.