Institut für Erziehungswissenschaft

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Krise und Soziale Arbeit - Entscheidungsprozesse bei Fremdunterbringung von (Klein)Kindern

Dauer: 2011 bis 2015

Aufgrund der aktuellen Debatte um Kindeswohl und Kinderschutz interessiert mich die sozialpädagogische Praxis von Kriseninterventionen bei Kindeswohlgefährdung. Wie wird ein Kind, eine Familie zu einem „Fall“, einem „Fall von Kindeswohlgefährdung“? Wie wird der 2Fall“ konstituiert und wie verläuft der sozialpädagogische Interventionsprozess ab Eingehen einer Kindeswohlgefährdungsmeldung? Es interessiert die Phase der Abklärung und Aushandlung zwischen dem Eingang einer Gefährdungsmeldung, der Inobhutnahme der Kinder und dem Entscheid über die weitere (Fremd)Unterbringung eines Kindes.
Im Rahmen der ethnographisch angelegten Studie zu Entscheidungsprozessen der Fremdunterbringung wird die professionelle Praxis der Sozialen Arbeit auf soziale Ordnungen (z.B. normative Ordnungen von Elternschaft) hin untersucht. Es interessiert mich in welchem Verhältnis Krise/Krisendeutung und Entscheidungsfindung zueinander stehen, was bei der Entscheidungsprozessierung relevant gesetzt wird und welche sozialen Ordnungsmuster sich finden. Die Datenerhebung erfolgte über teilnehmende Beobachtung, Gespräche im Feld, Teilnahme an diversen Sitzungen (v.a. Standortsitzung/Hilfeplangespräche) sowie narrativen Interviews (die insbesondere in dem von mir durchgeführten und angegliederten Drittmittelprojekt von 2011-2013 ausgewertet wurden). Für mein Dissertationsprojekt analysiere ich mittels Rekonstruktion von Fallverläufen die Entscheidungsprozessierung über die weitere Unterbringung eines Kindes. Dabei wird dargelegt, wie Bezüge zu normativen Ordnungen hergestellt und in Praktiken des ‚Sprechens mit und über’ Eltern sowie im ‚Schreiben über Eltern’ hervorgerufen, aktualisiert und relevant gesetzt werden. Es wird theoretisch gesampelt und nach kontrastiven Vergleichen von Fallverläufen gesucht. Die vielfältigen ethnographischen Materialien werden sequentiell ausgewertet, um die entscheidungsrelevanten Prozessstrukturen und sozialen Ordnungsmuster im Verlauf rekonstruktiv nachzuvollziehen.