Aktuelles

Ankündigung eines öffentlichen Gastvortrags am 27.03.2019

Dr. Nadja Thoma (Universität Wien) spricht zum Thema

„Ich kann die Sprache ja eigentlich schon. Warum haben Sie einen Dolmetscher bestellt?“ Überlegungen zu Translation an Bildungsinstitutionen in der Migrationsgesellschaft

Mittwoch, 27.03.2019, 18.00-19.30 Uhr, Ort: FRE-D-14

Übersetzungen und Dolmetschen kommt an Bildungsinstitutionen globalisierter Gesellschaften die Aufgabe zu, Kommunikations- und Teilhabespielräume zu erweitern. Bei Translationsprozessen handelt es sich allerdings nicht lediglich um lineare Übertragungen von einem sprachlichen System in ein anderes, sondern um komplexe sprachliche und soziale Praktiken, die es erfordern, im Medium von Sprache auch soziohistorische, politische und bildungsbezogene Zusammenhänge aus unterschiedlichen nationalstaatlichen und regionalen Kontexten in andere zu übertragen, und die darüber hinaus in gesellschaftliche und institutionelle Machtkonstellationen eingebunden sind. Nicht zuletzt deswegen sind Translationsprozesse mit hohen Anforderungen an Dolmetscher*innen/Übersetzer*
innen und an andere beteiligte Akteur*innen verbunden. Neben dem prinzipiellen Anspruch, Teilhabespielräume zu erweitern, können sie Machtasymmetrien auch fortschreiben und Bildungsungleichstellungen (re)produzieren.
Am Beispiel eines Beratungs- und Unterstützungsprojekts in Österreich werde ich auf der Basis empirischen Materials der Frage nachgehen, welche Erfahrungen Dolmetscher*innen in Bildungszusammenhängen machen und mit welchen An- und Widersprüchen sie sich in ihrer Arbeit konfrontiert sehen. Im Anschluss sollen gemeinsam mögliche Richtungen für die (Weiter-)Entwicklung eines Forschungsprojekts diskutiert werden.


Dr. Nadja Thoma ist Universitätsassistentin am Institut für Bildungswissenschaft der Universität Wien sowie Co-Leiterin des Sparkling Science-Projekts ZwischenWeltenÜberSetzen.


Studierende, Kolleginnen und Kollegen sowie weitere interessierte Personen sind herzlich zu dieser Veranstaltung eingeladen.

Call for Papers: Internationale Tagung "Migration. Erinnern." 24./25.10.2019 UZH

Am 24. und 25. Oktober 2019 findet an der Universität Zürich eine internationale Tagung zum Thema "Migration. Erinnern. Praktiken des Erzählens und Erinnerns in der Migraionsgesellschaft", welche vom Lehrstuhl "Ausserschulische Bildung und Erziehung" organisiert wird.

Informationen zur Tagung:

Grenzüberschreitende Migrationsbewegungen stellen keineswegs neue Entwicklungen dar, sondern sind in historischer Perspektive auch für europäische Gesellschaften schon lange konstitutiv. Migrationsgesellschaften sind daher durch ein Neben- und Miteinander verschiedener Sprachen und Mehrfachzugehörigkeiten geprägt, das mit unterschiedlichen Zuschreibungen sowie Diskriminierungs- und Ausgrenzungserfahrungen einhergeht. Aber wie lässt sich über diese kollektiven Erfahrungen sprechen? Und wie werden Migrationsgeschichten erinnert? In welcher Weise schreiben sich diese Erinnerungen in Biographien ein? Ausgehend von diesen Fragen wollen wir im Rahmen der internationalen Tagung „Migration. Erinnern.“ verschiedene Migrationsformen und -erfahrungen aus Perspektive der Akteurinnen und Akteure in den Blick nehmen. Dabei interessieren uns die verschiedenen Praktiken, mit denen Migrationsgeschichte(n) in ihren Verläufen erinnert und in ihren Transformations¬prozessen erzählt werden. Die Tagung bietet einen Diskussionsraum für aktuelle empirische Ergebnisse sowie für den Austausch über methodische und methodologische Heraus¬forderungen, die im Zuge der Forschung bearbeitet werden.

Migrationsprozesse gehen mit Veränderungen des sozialen Beziehungsgeflechts, Irritationen habitualisierter Praktiken sowie neuen Relevanzsetzungen biographischen Wissens einher. Migrationen können im Kontext dieser individuellen, aber auch kollektiven Erfahrungsräume auf ganz unterschiedliche Weise erinnert werden: Sie können erzählt, aber auch in gemeinsamen Handlungen, beispielsweise über Bilder und Artefakte, thematisiert werden. Um solche Erinnerungspraktiken der Forschung zugänglich zu machen, können mit ethnographischen Zugängen situative soziale Praktiken und Erzählungen in biographieanalytischer Perspektive untersucht werden.


Folgende Fragen stellen sich für uns in diesem Kontext, die in den Beiträgen aufgegriffen werden können:

•    In welcher Weise erinnern Menschen Migrationsprozesse? Inwiefern werden Migrationserfahrungen, Herkunfts- und Ankunftskontexte sowie Fremdheits- und Vertrautheitserfahrungen in konkreten Lebenssituationen relevant gesetzt? Inwieweit können Erinnerungen und das Sich-Erinnern für die Bearbeitung von Transformations-prozessen im Kontext von Migrationen bedeutsam sein?
•    Inwiefern stellen dabei gesetzliche Vorgaben, die Aus-, Einwanderung und Aufenthalt regulieren, relevante Ausgangsbedingungen für Erinnerungsprozesse dar?
•    In welcher Weise lassen sich Erinnerungen an Migrationserfahrungen (auch in kollektiven Prozessen) erzählen? Inwiefern gehen Erinnerungen aber auch über Erzählungen hinaus? In welcher Weise werden dabei Artefakte und situative Handlungs¬praktiken relevant?

Zudem geht die Umsetzung qualitativer Forschungsvorhaben mit methodologischen und methodischen Herausforderungen einher, deren mögliche Bearbeitung in der geplanten Tagung ebenfalls Gegenstand der Vorträge und Diskussionen sein kann. Folgende Fragen lassen sich dabei formulieren:

•    Welche empirischen Zugänge zeigen sich als für die Erforschung von Erinnerungspraktiken und -prozessen vielversprechend? Inwiefern lassen sich für die Erforschung von Erinnerungspraktiken im Migrationskontext verschiedene methodische Zugänge wie etwa biographische und ethnographische Ansätze methodologisch fundiert verknüpfen?
•    Inwiefern müssen etablierte biographietheoretische Annahmen für die empirische Erforschung transnationaler Lebensweisen weitergedacht werden?

Wir freuen uns über Vorschläge für Beiträge, die im Rahmen der Tagung Einblicke in Ergebnisse und Konzeptionen aktueller Forschungen an der Schnittstelle von Erinnern und Migration geben.

Abstracts im Umfang von ca. 300 Wörtern können bis zum 30. April 2019 per Mail an aschnitzer@ife.uzh.ch eingereicht werden. Die Auswahl der Beiträge erfolgt bis zum 10. Mai 2019.

Organisation:

Anna Schnitzer aschnitzer@ife.uzh.ch

Ellen Höhne ellen.hoehne@ife.uzh.ch

Rebecca Mörgen rmoergen@ife.uzh.ch

Fränzi Buser fraenzi.buser@ife.uzh.ch

Call for Papers als PDF-Dokument: Call for Papers: Internationale Fachtagung "Migration. Erinnern." 24./25.10.2019 UZH (PDF, 28 KB)

Ankündigung: ABE-Forschungstag 2019

Für Dienstag, 10. September 2019, ist der nächste ABE-Forschungstag geplant. Der ABE-Forschungstag bietet die Gelegenheit, Qualifikations- und Forschungsarbeiten vorzustellen und zu diskutieren, die am Lehrstuhl Ausserschulische Bildung und Erziehung geplant oder umgesetzt werden. Präsentiert und diskutiert werden können konzeptionelle Fragen, Probleme oder Entscheidungen in Hinblick auf den empirischen Forschungsprozess (z.B. Zugang zum Untersuchungsfeld, Sampling, Methodenwahl), empirische Materialien oder erste Ergebnisse.
Wer sich dafür interessiert, bei dieser Gelegenheit eine eigene Forschungsarbeit zu präsentieren und zur Diskussion zu stellen, sendet bitte bis 10.05.2019 ein kurzes Abstract mit Arbeitstitel per E-Mail an Prof. Dr. Peter Rieker (prieker@ife.uzh.ch).