Aktuelle Forschungsprojekte

Unbegleitete minderjährige Geflüchtete in institutioneller Betreuung: Chancen und Herausforderungen

Das Forschungsprojekt untersucht die institutionelle Unterbringung und Betreuung unbegleiteter minderjähriger Geflüchteter sowohl in Hinblick auf die gegenwärtige Praxis als auch in historischer Perspektive. Im Rahmen des gegenwartsbezogenen Untersuchungsteils werden Unterbringung und Betreuung ethnographisch, d.h. durch Beobachtungen und Interviews mit den Beteiligten (Fachkräfte, Pflegeeltern, junge Geflüchtete) untersucht, wobei verschiedene Betreuungsformen (MNA-Zentren, Erwachsenenunterkünfte, Pflegefamilien) berücksichtigt werden. In historischer Perspektive wird sich das Projekt auf Dokumente zu ausgewählten Gruppen unbegleiteter Jugendlicher fokussieren, die zwischen 1947–1981 in die Schweiz geflohen sind.

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Peerspezifische Sozialisationsprozesse im Jugendalter

In einer ethnographischen Längsschnittstudie soll geklärt werden, welche Bedeutung Peers, d.h. Gleichaltrige, für die Entwicklung im Jugendalter haben, wie sie ihr Miteinander in Gruppen gestalten, wie sie sich wechselseitig beeinflussen und welche Bedeutung Erwachsene für diese Gruppen haben. Im Rahmen dieser Untersuchung werden zunächst verschiedene Gruppen ca. 14-jähriger Jugendlicher begleitet sowie beobachtet und es werden Interviews mit Jugendlichen und Erwachsenen aus dem Umfeld der Gruppen geführt. Nach zwei Jahren werden die dann 16-Jährigen erneut kontaktiert, begleitet und nach ihren Erfahrungen und Einschätzungen befragt.

Weiterführende Informationen:

Peerspezifische Sozialisationsprozesse im Jugendalter

Freiwilligenarbeit in der Migrationsgesellschaft: Paradoxien und Machtverhältnisse

Ziel des Projekts ist es, Abhängigkeits- und Ungleichheitsverhältnisse in der Freiwilligenarbeit, die sich an Geflüchtete richtet, zu beleuchten und zu reflektieren. Angebote der Freiwilligenarbeit und diesen innewohnende Dominanzstrukturen sowie Machtasymmetrien, Solidarität und Unterstützung sowie daraus hervorgehende Abhängigkeiten werden in verschiedenen Kontexten in den Blick genommen und vergleichend analysiert. Das Projekt ist multiperspektivisch angelegt. Es werden zum einen Dokumente wie Projektkonzepte und weitere zur Verfügung gestellte Materialien analysiert, zum anderen aber auch die Perspektiven verschiedener beteiligter Akteurinnen und Akteure über Interviews erhoben. Zudem werden ausgewählte Kontexte ethnographisch beobachtet, um auch Aspekte der Umsetzung zu berücksichtigen. So können Perspektiven und Erfahrungen der Beteiligten sowie (diskursive) Praktiken vor dem Hintergrund globaler Ungleichheitsverhältnisse kontrastierend aufeinander bezogen werden.

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Wege aus der Straffälligkeit – Reintegration verurteilter Straftäter

In einer explorativen Längsschnittstudie soll geklärt werden, unter welchen Bedingungen verurteilten Straftätern die Reintegration in ein gesetzeskonformes Leben gelingt und wie sie dabei unterstützt werden können. Dafür werden die Entwicklungen von insgesamt 50 ehemaligen Straftätern vergleichend in den Blick genommen. Im Abstand von jeweils ca. 1,5 Jahren werden mit jedem Untersuchungsteilnehmer vier qualitative Interviews geführt, in denen sie dazu befragt werden, wie sie ihr soziales Umfeld sowie Arbeits- und Ausbildungsverhältnisse erleben. Dabei interessieren auch die Erwartungshaltungen, die von Seiten der Befragten an professionelle Hilfsangebote gestellt werden, und deren eigene Aktivitäten und Bemühungen in Hinblick auf eine Wiedereingliederung.

Weiterführende Informationen:

„Wege aus der Straffälligkeit – Reintegration verurteilter Straftäter“

Erinnerung als soziale Praxis – Familien in der Migration zwischen Vergangenem und Gegenwärtigem

In diesem Projekt steht die Frage im Mittelpunkt, welche Rolle soziale Erinnerungspraktiken für Vergemeinschaftungsprozesse von Familien mit Migrationsgeschichte spielen. Dabei wird auch nach der Bedeutsamkeit von als eigene und als fremd konzipierten Sprachen gefragt. Um diese Fragen zu verfolgen werden zunächst Familiengespräche geführt, die über teilnehmende Beobachtungen und Interviews mit einzelnen Familienmitgliedern ergänzt werden.

Weiterführende Informationen: Erinnerung als soziale Praxis - Familien in der Migration zwischen Vergangenem und Gegenwärtigem