Forschungscluster "Zukunft der Allgemeinbildung"

Bild Forschungscluster

Hintergründe und Ziele des Forschungsclusters

Das Forschungscluster „Zukunft der Allgemeinbildung“ sieht seine Aufgabe in der bildungswissenschaftlichen Analyse der Transformationen der Allgemeinbildung. Es setzt sich mit dem Stellenwert der Allgemeinbildung im Kontext des formalen Bildungssystems, von der Primarstufe bis zur Hochschulstufe auseinander. Einerseits interessieren die historischen, politischen, institutionellen und bildungstheoretischen Bedingungen von Allgemeinbildung, andererseits die veränderten gesellschaftlichen Erwartungen hinsichtlich der Ziele und Möglichkeiten fachlicher und überfachlicher Bildung. Dabei spielt die neu akzentuierte Handlungs- und Nutzenorientierung als Legitimation des zu erwerbenden Wissens und Könnens auf allen Bildungsstufen eine zentrale Rolle.

Im Forschungscluster werden mit diesen Entwicklungen verbundene Veränderungen aus erziehungswissenschaftlicher und fachdidaktischer Perspektive untersucht.

  1. Was heisst Allgemeinbildung? Bildungshistorische, bildungstheoretische und bildungspolitische Perspektiven
  2. Wie werden die Zielsetzungen und Unterrichtsinhalte im Kontext formaler Bildung legitimiert?
  3. Wie wird Allgemeinbildung auf den unterschiedlichen Bildungsstufen (Primarstufe, Sekundarstufen I und II, tertiäre Bildungsstufe) konzeptualisiert und realisiert?
  4. Welches sind erziehungswissenschaftlich und bildungspolitisch sinnvolle Zukunftsperspektiven der Allgemeinbildung?

Tätigkeiten

Gastvorträge

Wieviele Fächer, welche Fächer und welche Schwerpunktsetzungen? Zur Bedeutung von Allgemeinbildung im Gymnasium. Gastvorträge von und Diskussion mit Daniel Siegenthaler (Projektleiter im EDK-Projekt „Weiterentwicklung der Gymnasialen Maturität“) und Prof. em. Dr. Franz Eberle (Universität Zürich)
3. November 2021, 16-18h (mit anschliessendem Apéro)

Modul für Doktorierende

Was ist Wissen? Zur Rehabilitierung einer pädagogischen Kategorie. Das Modul beschäftigt sich einerseits mit Grundfragen rund um Wissen: Was ist Wissen? Gibt es unterschiedliche Arten des Wissens? Wie unterscheidet sich Wissen von Können, Verstehen, Kompetenz, Information, Beurteilen, etc.? Leben wir in einer Wissensgesellschaft? Gibt es eine „Wissenspolitik“? Andererseits werden Fragen rund um Wissen in der Schule fokussiert: Welche Relevanz hat Wissen auch heute noch in der Schule und in der formalen Bildung? Welche Wissenstypen dominieren zurzeit? Welche geraten in den Hintergrund? Wie verändert das Wissen und Nichtwissen über das Wissen die Vorstellungen darüber, was Lernen ist?
Unter der Leitung von Prof. Dr. Lucien Criblez und Prof. Dr. Roland Reichenbach.
21. Oktober, 4. und 18. November, 2. Dezember 2021, je 16-19h

Podiumsdiskussion

Allgemeinbildung in der Berufsbildung, Gastvorträge mit anschliessender Podiumsdiskussion.
Frühjahrssemester 2022 (Termin wird noch bekannt gegeben)

Forschungsprojekte und Forschungskooperationen

Im Folgenden ist eine Auswahl laufender Forschungsprojekte aufgelistet, die einen Bezug zu den oben genannten Fragenstellungen aufweisen:

NAVEG: Der Beitrag der naturwissenschaftlichen Bildung zur vertieften Gesellschaftsreife
Das Projekt untersucht den Beitrag des naturwissenschaftlichen Wissens und Könnens zur vertieften Gesellschaftsreife. Dafür wird in einer Dokumenten- und Printmedienanalyse sowie in qualitativen Interviews mit gesellschaftlichen Verantwortungsträger*innen das zur Erfüllung anspruchsvoller Aufgaben notwendige naturwissenschaftliche Wissen und Können identifiziert.
Projektleitung: Sarah Eberz, M. ed. (Bezüge zur Fragestellung 3)

BiZ: Bildung in Zahlen
Im Projekt werden bildungshistorische statistische Daten erfasst, kontextualisiert, kommentiert und öffentlich zur Verfügung gestellt (www.bildungsgeschichte.uzh.ch). Die Daten erlauben, die Entwicklung der allgemeinbildenden und der berufsbildenden Schulen in längerer Perspektive zu verfolgen und zu analysieren.
Projektleitung:  Prof. Dr. Lucien Criblez, lic. phil. Stefan Kessler, Lea Zehnder (Bezüge zu Fragestellungen 1 und 3)

„Political Literacy in the Migration Society“ – Politische Bildung in der Migrationsgesellschaft.
Das tri-nationale SNF-Projekt (2018-2021) mit den Kooperationspartnern Paul Mecheril (Bielefeld), Michaela Ralser und Erol Yildiz (Innsbruck) fragt nach politisch relevanten Erfahrungen von 14-jährigen Schüler/innen in unterschiedlichen Stadtbezirken (Quartieren) in Berlin, Wien und Zürich.
Projektleitung: Prof. Dr. Roland Reichenbach, Mareike Tillack, MA (Bezüge zu den Fragestellung 1 und 4)