"Erweiterte Lehrformen" und "traditioneller Unterricht" in der Deutschschweiz

Eine Zielsetzung des schweizerischen Videoprojekts besteht darin, unter Nutzung weiterer Datenquellen auch nach möglicherweise unterschiedlichen Lernkulturen innerhalb der Schweiz zu suchen. So stellt sich u.a. für die Deutschschweiz die Frage, inwieweit die so genannten "Erweiterten Lehrformen" (ELF) im Mathematikunterricht der Sekundarstufe I zur Anwendung kommen. Dazu werden exemplarisch einige Ergebnisse zu Kernfragen dargestellt.

ELF - mehr als ein theoretisches Phänomen?

Ergebnisse zu folgenden Fragen werden dargestellt:

  • Werden im Mathematikunterricht der Sekundarstufe I "Erweiterte Lehrformen" eingesetzt?
  • Wie gestalten Lehrpersonen, die nach eigenen Angaben häufig ELF einsetzen, ihren Mathematikunterricht im Vergleich zu eher traditionell unterrichtenden Lehrpersonen? Wie sehen dies die Lernenden?
  • Lassen sich entsprechende Unterschiede der Unterrichtsgestaltung auch in den videographierten Lektionen erkennen?
  • Gibt es Zusammenhänge zwischen dem Einsatz von ELF und der Mathematikleistung, dem Interesse und dem Wohlbefinden der Lernenden in der Schule?

Hauptergebnisse: Verschiedene Unterrichtskulturen sind beobachtbar

Die Auswertungen weisen darauf hin, dass es in der Deutschschweiz tatsächlich verschiedene Unterrichtskulturen gibt, die sich vor allem in Bezug auf den Einsatz unterschiedlicher Lern- und Sozialformen unterscheiden. Schüler und Schülerinnen beurteilen den Unterricht mit erweiterten Lehrformen unter mehreren Aspekten etwas positiver als Lernende, die eher traditionellen Unterricht erfahren. Bezüglich Leistung oder Interesse konnten jedoch keine Unterschiede festgestellt werden