Aus Schülersicht

Die schweizerische Video-Studie geht von einem komplexen Zusammenwirken von Variablen auf den unterschiedlichen Ebenen des Bildungssystems aus. Sie hat sich zum Ziel gesetzt, Unterrichtsprozesse in ihrer Einbettung in der Schulrealität zu erfassen.

Querverweis: Bildungsqualität

Auf diesem Hintergrund stellt sich die Frage nach den Einstellungen der Schüler und Schülerinnen zu Schule, Lernen und Unterricht. Mittels Fragebogen wurden die Schüler und Schülerinnen zu ihrer Wahrnehmung des Fachunterrichts und zu ihren affektiv-motivationalen Dispositionen wie Interesse und fachbezogenes Selbstkonzept befragt. Die vorliegenden Daten vermögen ein umfassendes Bild zum Erleben des Mathematikunterrichts aus der Sicht der Lernenden zu geben.

Methodisches zur Schülerbefragung

Die Auswahl der Skalen und Items zur Erfassung der Unterrichtswahrnehmung orientierte sich an den von der empirischen Unterrichtsforschung als relevant identifizierten Qualitätsmerkmalen. Dabei konnte teilweise auf bewährte Fragebogeninstrumente zurückgegriffen werden, z.B. auf den Fragebogen der BIJU-Studie (vgl. Baumert et al., 1997) oder auf die nationalen Schülererhebungen zur TIMS-Studie 1995 (vgl. Moser, Ramseier, Keller & Huber, 1997). Die Erfassung der fachdidaktischen Qualität des Unterrichts orientierte sich an der aktuellen Lehr-Lernforschung und am Wissensstand der Fachdidaktik. Hier mussten neue Skalen entwickelt werden. Die Auswahl der Skalen zur Erfassung motivationaler Merkmale geschah auf dem Hintergrund aktueller motivationspsychologischer Arbeiten.

Der Einsatz des Fragebogens in drei Landesteilen der Schweiz brachte besondere methodologische Anforderungen mit sich. Nebst der sorgfältigen Übersetzung der Fragen in die jeweilige Landessprache mussten auch Fragen zur kulturellen Konnotation von Begriffen und Formulierungen geklärt werden. Zum Schluss konnten kürzere Versionen von Skalen bestimmt werden, welche in allen Landesteilen reliabel und valide die gesuchten Aspekte abbilden. Mit diesen Kurzskalen wird im Folgenden gearbeitet. Es werden Ergebnisse der repräsentativen Stichprobe der Schweiz berichtet.

Literatur

Baumert, J., Gruehn, S., Heyn, S., Köller, O. & Schnabel, K.-U. (1997). Bildungsverläufe und psychosoziale Entwicklung im Jugendalter (BIJU), Dokumentation - Band 1, Skalen Längsschnitt I. Berlin: Max-Planck-Institut für Bildungsforschung.

Moser, U., Ramseier, E., Keller, C. & Huber, M. (1997). Schule auf dem Prüfstand. Eine Evaluation der Sekundarstufe I auf der Grundlage der "Third International Mathematics and Science Study". Zürich: Rüegger.