Lehrstuhl für Historische Bildungsforschung und Steuerung des Bildungssystems

Forschungspraktikum (BA, Major EW / Major FW PP) / Mitarbeit in Forschungsprojekt bei Datenaufbereitung und -analyse oder Mitarbeit in Forschungsprojekt bei Planung und Erhebung (MA , Major/Minor EW / Major FW PP)

Titel:

Höhere technische und kaufmännische Bildungsangebote im Wandel der Zeit

Kurzbeschreibung:

Im SNF-Projekt «Bildung in Zahlen» werden für die gesamte Schweiz umfangreiche Datensätze zur Analyse der historischen Entwicklung der schweizerischen Bildungssysteme zur Verfügung gestellt. Die inventarisierten Daten sind über den Datenbrowser des Projekts und das Wissensportal Bildungsgeschichte Schweiz öffentlich zugänglich und werden für die Langzeitspeicherung im Data and Service Center for the Humanities (DaSCH) aufbereitet.

Im Kern befasst sich das Forschungsinfrastrukturprojekt mit der

  1. Erschliessung von Quellen und der Inventarisierung von Daten zu einzelnen Bildungstypen,
  2. Recherche von Kontext- und Strukturdaten zu den einzelnen Bildungstypen,
  3. Qualitätskontrolle (Kontrolle bestehender Datensätze und Abgleich mit den Originalquellen, Dokumentation, Aufbereitung für Langzeitspeicherung).

Die zu bearbeitenden Bildungstypen werden im Team parallel von den Projektmitarbeiter:innen inventarisiert. Entsprechende Dokumentationen sowie Vorlagen für die Erfassung der Daten sind vorhanden und ein regelmässiger Austausch findet statt.

Der inhaltliche Fokus für ein Forschungspraktikum liegt aktuell auf der Erfassung von Datensätzen zu den höheren technischen oder den höheren kaufmännischen Schulen (Ingenieurschulen/HTL, HWV). Beide wurden aus bildungssystematischer Perspektive ursprünglich der beruflichen Weiterbildung zugeordnet und erfuhren zum Zeitpunkt der Fachhochschulgründungen in den 1990er-Jahren eine Aufwertung zu Bildungsangeboten auf der Tertiärstufe.

Höhere technische Lehranstalten (HTL)
Die ersten Ingenieurschulen (auch Technika genannt) wurden in der Schweiz gegen Ende des 19. Jahrhunderts gegründet (Winterthur 1874, Biel 1890, Burgdorf 1892, Freiburg 1896 und Genf 1901). Im Rahmen der Bildungsexpansion erfolgte eine zweite Welle von Gründungen von Ingenieurschulen (insgesamt 13 Schulen), an denen die Ausbildung meist vollzeit, teilweise teilzeit (Abendtechnikum) absolviert werden konnte. Aktuell werden verschiedene Ingenieurschulen des deutsch- und französischsprachigen Raums erfasst. Wir suchen Studierende, die unter Anleitung und mit entsprechender Unterstützung durch Projektmitarbeitende die Daten zu einer Ingenieurschule (Deutschschweiz, Westschweiz, Tessin) erschliessen.

Höhere Wirtschafts- und Verwaltungsschulen (HWV)
Die erste Schule dieses Typs wurde 1968 in Zürich gegründet. 14 weitere HWVs folgten, die in den 1990-er Jahren gesamthaft in Fachhochschulen überführt wurden. Aktuell werden alle deutschsprachigen HWV inventarisiert. Insbesondere für den französischsprachigen Raum (5 HWV) als auch eine italienischsprachige HWV werden Studierende mit entsprechenden Sprachkenntnissen gesucht. Hier ist das Ziel, mindestens eine HWV zu erschliessen.

Einen Eindruck in abgeschlossene Praktika geben verschiedene Beiträge auf dem HBS-BLOG (von Claudine Dätwyler- Werthmüller 01.04.2020; Jennifer Mazzarella 23.11.2020; Wibke Oppermann 11.02.2022).

Ansprechperson:

Lea Hägi, lea.haegi@ife.uzh.ch (HTL)
Jennifer Mazzarella, jennifer.mazzarella@uzh.ch (HWV)

Besonderes: Das Praktikum erfordert allgemein ein Interesse an der historischen Entwicklung des Schweizer Bildungssystems, an Recherchearbeiten und an der Auseinandersetzung mit historischen Quellen. Arbeitsort und Arbeitszeiten sind frei definierbar. Es besteht die Möglichkeit, ausgehend vom Praktikum eine Qualifikationsarbeit oder eine thematische schriftliche Arbeit zu verfassen.