Dr. Monika Holmeier

2012 Promotion in Erziehungswissenschaft an der Philosophischen Fakultät der Universität Zürich Doktorarbeit mit dem Titel „Leistungsbeurteilung im Zentralabitur“
Gutachten: Prof. Dr. Katharina Maag Merki und Prof. Dr. Eckhard Klieme

Stationen vor der Promotion

2007 Diplom in Erziehungswissenschaft an der Goethe-Universität Frankfurt am Main; Studienschwerpunkt Sonder- und Heilpädagogik; Wahlpflichtfach Empirisch-Pädagogische Forschung; Diplomarbeit "Zur Einführung von Schulleitungen in den Volksschulen der Deutschschweiz"
2007-2009 Wissenschaftliche Assistentin am Deutschen Institut für Internationale Pädagogische Forschung in Frankfurt/Main; Arbeitseinheit: Bildungsqualität und Evaluation; Prof. Dr. Eckhard Klieme
2009-2013 Assistentin am Institut für Erziehungswissenschaft der Universität Zürich; Lehrstuhl Theorie und Empirie schulischer Bildungsprozesse; Prof. Dr. Katharina Maag Merki

 

Was machen Sie zurzeit beruflich und wie gefällt Ihnen Ihre Arbeit?

Zurzeit bin ich als wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Pädagogischen Hochschule der Fachhochschule Nordwestschweiz (PH FHNW) angestellt. Dort arbeite ich mit 50% am Zentrum Naturwissenschafts- und Technikdidaktik (ZNTD) und mit weiteren 50% im Stab der PH FHNW. Am ZNTD leite ich verschiedene Evaluationsprojekte, bin in der forschungsmethodischen Beratung tätig und gebe Lehrveranstaltungen zu Forschungsmethoden. Im Stab bin ich für den Bereich Evaluation und Qualitätsmonitoring zuständig und konzipiere dort u.a. die Lehrevaluation an der PH FHNW bzw. führe Analysen durch, um datenbasierte Entscheide zu ermöglichen.
Meine Stelle an der PH FHNW ermöglicht mir, spannenden und vielfältigen Aufgaben nachzugehen. Dass ich bei beiden Stellen in einem kooperativen und engagierten Team arbeite, trägt massgeblich dazu bei, dass ich behaupten kann, beruflich genau dort zu sein, wo ich sein wollte und auch noch möglichst lange sein möchte.

Was waren die wichtigsten Weichenstellungen auf Ihrem Weg dahin?

Eine wichtige Weichenstellung war, dass ich während meines Studiums interessante Seminare zur quantitativen Sozialforschung besuchen durfte. Ich habe dadurch früh erkannt, dass mich dieser Bereich besonders interessiert. Eine weitere wichtige Weichstellung war, dass ich während meiner Promotionsphase Lehrerfahrung sammeln durfte, was mir – entgegen meiner eigenen Erwartung – sehr viel Freude bereitet hat. Beide Weichenstellungen zeigten mir, dass ich zukünftig sowohl in der Lehre als auch in der Forschung tätig sein wollte. Die „Hochschule“ erwies sich dafür als das beste Arbeitsfeld. So konnte und kann ich auch heute noch nicht nur zu Forschung lehren, sondern auch zu Lehre forschen.

Was war hinderlich? Was förderlich?

Die vielfältigen Möglichkeiten zur persönlichen und beruflichen Weiterbildung, die sich mir während des Studiums und der Promotionszeit geboten haben, sehe ich als sehr förderliche Faktoren an. Während meines Studiums konnte ich viele Seminare zu Forschungsmethoden besuchen, durfte als Tutorin und Hilfskraft im Bereich der quantitativen Forschung tätig sein und ein spannendes Praktikum am Deutschen Institut für Internationale Pädagogische Forschung (DIPF) absolvieren. Diese frühen und positiven Erfahrungen wurden während meiner Promotionsphase durch die Lehrerfahrung und das Absolvieren des Teaching-Skills-Zertifikats der Universität Zürich ergänzt. Ich bin überzeugt, dass ich ohne diese Erfahrungen heute nicht dort wäre, wo ich bin.
Als hinderlich habe ich die Unsicherheit während der Promotionsphase empfunden. Es war gut zu wissen, wohin ich möchte, aber da es keine Garantien gab, dass ich mein berufliches Ziel letztlich auch erreiche würde – insbesondere aufgrund des kompetitiven Arbeitsfeldes „Hochschule“ – habe ich häufig gezweifelt, ob ich wirklich auf dem richtigen Weg bin. Das ständige Grübeln „Was mache ich, wenn ich nach der Promotion keine Stelle finde?“ hat mich zeitweise stark ins Stocken gebracht.

Was empfehlen Sie Doktorierenden für ihre Laufbahnplanung?

Meine erste Empfehlung ist: „Nutzen Sie alle sich bietenden Chancen. Zögern Sie nicht, auch wenn Sie zweifeln, ob Sie es schaffen.“ Als sich mir die Chance bot, Lehre zu geben, hätte ich das Angebot fast abgelehnt, weil ich so viel Angst davor hatte. Ich hätte daher beinahe nie erfahren, welche Freude ich am Lehren habe. Die Promotionsphase ist auch ein Schutzraum, indem man sich ausprobieren und vielfältige Erfahrungen sammeln kann. Das ist auch meine zweite Empfehlung. „Machen Sie vielfältige Erfahrungen und finden Sie heraus, welche Aufgaben Ihnen liegen und welche Bereiche Sie besonders interessieren“. Mein starkes Interesse an Forschung und Lehre hat mich immer wieder neu motiviert. Dass ich Aufgaben nachgehe, für die ich mich begeistern kann, zähle ich zu meinen grössten beruflichen Erfolgen.
Zuletzt empfehle ich: „Tauschen Sie sich mit anderen Doktorierenden so oft wie möglich aus.“ So stellt man schnell fest, dass man mit seinen Sorgen und Zweifeln nicht alleine ist, erweitert schon während der Promotion sein Netzwerk und festigt wertvolle Kontakte für zukünftige Kooperationen – denn die jetzigen Mit-Doktorierenden sind die Personen, mit denen man noch lange zusammenarbeiten wird, auch und gerade dann, wenn man an unterschiedlichen Hochschulen beschäftigt ist.

Und was planen Sie als nächstes?

Da ich sehr glücklich mit meinen beiden Anstellungen bin, plane ich im Moment keinen Stellenwechsel. Ich möchte aber gerne meine Kompetenzen erweitern und vertiefen, um meine beiden Stellen bestmöglich auszugestalten. Daher absolviere ich ab September 2018 das DAS-Studium „Angewandte Statistik“ an der Universität Bern.

Juli 2018