{"id":293,"date":"2015-09-29T09:00:48","date_gmt":"2015-09-29T07:00:48","guid":{"rendered":"http:\/\/www.uzh.ch\/blog\/ife-hbs\/?p=293"},"modified":"2019-02-18T11:55:27","modified_gmt":"2019-02-18T09:55:27","slug":"spannende-exkursion-nach-budapest-und-innsbruck","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.uzh.ch\/blog\/ife-hbs\/2015\/spannende-exkursion-nach-budapest-und-innsbruck\/","title":{"rendered":"Spannende Exkursion nach Budapest und Innsbruck"},"content":{"rendered":"<p>Wie sind aktuelle Bildungsreformen in Ungarn ausgestaltet? Wie funktioniert die Ausbildung von Lehrpersonen in \u00d6sterreich aktuell? Wie soll sie zuk\u00fcnftig aussehen? Welche Typen von Gymnasien gibt es in Ungarn? Inwiefern sind die aktuellen Ver\u00e4nderungen im ungarischen Bildungssystem Teil machtpolitischer Kalk\u00fcle?<\/p>\n<p>Mit diesen und vielen weiteren Fragen reiste eine Gruppe rund um Prof. Dr. Lucien Criblez Anfang September nach Budapest und Innsbruck. Die bildungshistorisch und bildungspolitisch interessierten Masterstudierenden, Doktoranden und Post-Docs durften spannende Einblicke in Politik und Praxis der gymnasialen und der Lehrerbildung in Ungarn und \u00d6sterreich erleben.<!--more--><\/p>\n<h2>Ungarns Gymnasien und die Politik<\/h2>\n<p>In Budapest wurde die Exkursionsgruppe sehr herzlich von Prof. Dr. Andr\u00e1s N\u00e9meth und Dr. Beatrix Vincze empfangen an der p\u00e4dagogisch-psychologischen Fakult\u00e4t der E\u00f6tv\u00f6s-Lor\u00e1nd-Universit\u00e4t. Die beiden hatten ein dichtes Programm mit zahlreichen Referentinnen und Referenten sowie zwei Schulbesuchen organisiert. Bereits in seinem Einstiegsreferat skizzierte Andr\u00e1s N\u00e9meth die historischen und aktuellen Spannungslinien der ungarischen Bildungspolitik mit Fokus auf den Gymnasien und der Ausbildung von Lehrpersonen. Spannend waren aus Schweizer Perspektive die markanten historischen Z\u00e4suren im 20. Jahrhundert, zuletzt mit der Wende 1989. Als Abschluss seines Referats widmete sich N\u00e9meth ausf\u00fchrlich den j\u00fcngsten Reformaktivit\u00e4ten seit 2010 unter der nationalkonservativen Orban-Regierung. Er nahm dabei sowohl die programmatischen Elemente dieser praktisch alle Ebenen des Bildungssystems betreffenden Reformen als auch kritische Positionen dazu auf. Im Bereich der Lehrerbildung liess dabei insbesondere die Abkehr vom zweistufigen System der Abschl\u00fcsse gem\u00e4ss Bologna zur\u00fcck zu den traditionellen Diplomabschl\u00fcssen aufhorchen. Ebenso erstaunte die gem\u00e4ss N\u00e9meth politisch relativ explizit formulierte, drastische Forderung, mittelfristig rund die H\u00e4lfte der ungarischen Gymnasien zu schliessen.<\/p>\n<p>Die Thematik der politischen Einflussnahme setzte sich in den weiteren Referaten und insbesondere auch w\u00e4hrend der Besuche in zwei Gymnasien fort. Dabei kamen sowohl Vertreter und Vertreterinnen der neusten Reformen als auch kritische Stimmen zu Wort. Insgesamt entstand der Eindruck einer grossen Dynamik im aktuellen bildungspolitischen Gef\u00fcge Ungarns mit ungewissem Ausgang.<\/p>\n<h2>Reformeifer in \u00d6sterreich<\/h2>\n<p>Der Besuch Cisleithaniens, dem zweiten Staat der ehemaligen Donaumonarchie, genauer am Institut f\u00fcr LehrerInnenbildung und Schulforschung in Innsbruck, zeitigte imposante Einsichten: Das \u00f6sterreichische Bildungssystem befindet sich derzeit sowohl auf terti\u00e4rer (P\u00e4dagogInnenbildung) als auch auf Primar- und Sekundarschulebene (Volksschule) in einer Phase tiefgreifender Reformvorg\u00e4nge, die trotz ihrer bekannten resp. erkannten Schw\u00e4chen emsig vorangetrieben werden. Dieser an Reformwut erinnernde Eifer kann f\u00fcr Aussenstehende nur dadurch begriffen werden, als dass es sich f\u00fcr \u00d6sterreich \u2013 gem\u00e4ss Ausf\u00fchrungen der Referierenden \u2013 im Grunde um die erste weitreichende Neugestaltung der Bildungslandschaft seit Etablierung der allgemeinen Schulordnung 1774 unter Maria Theresia handelt. Somit ist eine gewisse Euphorie seitens der Bef\u00fcrworter nicht von der Hand zu weisen, die darauf gr\u00fcndet, dass \u00fcberhaupt Bewegung ins \u00f6sterreichische Bildungswesen kommt.<br \/>\n<div id=\"attachment_313\" style=\"width: 310px\" class=\"wp-caption alignright\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-313\" class=\"wp-image-313 size-medium\" src=\"https:\/\/www.uzh.ch\/blog\/ife-hbs\/files\/2015\/09\/P1050323-300x225.jpg\" alt=\"Gruppenbild\" width=\"300\" height=\"225\" srcset=\"https:\/\/www.uzh.ch\/blog\/ife-hbs\/files\/2015\/09\/P1050323-300x225.jpg 300w, https:\/\/www.uzh.ch\/blog\/ife-hbs\/files\/2015\/09\/P1050323-1024x768.jpg 1024w, https:\/\/www.uzh.ch\/blog\/ife-hbs\/files\/2015\/09\/P1050323-220x165.jpg 220w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><p id=\"caption-attachment-313\" class=\"wp-caption-text\">Die Exkursionsteilnehmer um Prof. Dr. Lucien Criblez mit Dr. Beatrix Vincze, Ausbildnerin an der Graduiertenschule f\u00fcr Erziehungswissenschaften der ELTE Universit\u00e4t und Dr. Tas Szebedy, Direktor des V\u00e1rosmajor Gymnasiums<\/p><\/div><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wie sind aktuelle Bildungsreformen in Ungarn ausgestaltet? Wie funktioniert die Ausbildung von Lehrpersonen in \u00d6sterreich aktuell? Wie soll sie zuk\u00fcnftig aussehen? Welche Typen von Gymnasien gibt es in Ungarn? Inwiefern sind die aktuellen Ver\u00e4nderungen im ungarischen Bildungssystem Teil machtpolitischer Kalk\u00fcle? 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