Öffentlicher Gastvortrag von
Prof. Dr. Jens Brachmann
Universität Rostock, Institut für Allgemeine Pädagogik und Sozialpädagogik
Dienstag, 28. November 2017, 16 Uhr,
Universität Zürich, FRE-D-15,
Freiestrasse 36, 8032 Zürich
Im breiten Spektrum reformpädagogischer Ideologien hat die Landerziehungsheimbewegung immer eine Ausnahmestellung eingenommen. Tatsächlich galten die in landschaftlichen Idyllen gelegenen privaten Internatsschulen bis in die jüngste Gegenwart hinein als geradezu monumentale Realisierung der Vision jener »pädagogischen Provinzen«, von denen schon Goethe im »Wilhelm Meister« träumte. Im Fokus der seit 2010 auf den Weg gebrachten Initiativen zur Aufarbeitung von Vorkommnissen sexualisierter Gewalt in pädagogischen Institutionen zeichnet sich inzwischen jedoch ein sehr ambivalentes Bild dieser Reforminternate ab: Sie waren und sind Experimentierstätten der Bildungsreform ebenso wie bevorzugte Tatorte sexueller Ausbeutung von Schutzbefohlenen – auch und gerade in den Jahren der so genannten Bildungsexpansion. Im Vortrag soll dieses prekäre Spannungsverhältnis exemplarisch an der Odenwaldschule diskutiert werden.

Weitere Informationen zum Lehrstuhl HBS, zu Prof. Dr. Lucien Criblez und seinem Team sind auf der 
