«Teilnehmen» – Eine Untersuchung zu sozialen Praktiken der Teilnahme an erwerbsbezogener Weiterbildung
Bisher ist wenig darüber bekannt, wie Erwachsene die Teilnahme an einer Weiterbildung in ihrem Alltag realisieren und wie sie die damit verbundenen organisatorischen und emotionalen Herausforderungen meistern. Das SNF-Projekt «Teilnehmen» untersucht daher die Frage: «Wie vollziehen Erwachsene den Prozess des Übergangs zur Teilnahme an einer auf ihre Erwerbstätigkeit bezogenen Weiterbildung?» Damit bearbeitet es eine zentrale Fragestellung zum besseren Verständnis von Weiterbildungsteilnahme.
Das Projekt verfolgt einen praxistheoretischen Ansatz. Dabei liegt der empirische Bezugspunkt auf den Aktivitäten von einzelnen Teilnehmenden, die über Befragungen und Beobachtungen erhoben werden. Ziel der Untersuchung ist es, über eine Analyse dieser Aktivitäten den gemeinsamen gesellschaftlichen Rahmen zu erarbeiten, in dem das Teilnehmen an einer erwerbsbezogenen Weiterbildung sinnvoll und machbar erscheint und über bestimmte Aktivitäten realisiert wird. Bei der Analyse werden ausgehend vom Konzept «doing transitions» verschiedene Dimensionen der Initiierung, Ermöglichung und Gestaltung der Teilnahme an einer erwerbsbezogenen Weiterbildung aufeinander bezogen: individuelle Aktivitäten, institutionelle Rahmenbedingungen, die Abstimmung mit anderen Lebensbereichen, die Bedeutung anderer Personen und von Artefakten sowie die Bedeutung von ungleichheitsrelevanten Differenzkategorien wie Bildungsniveau, Geschlecht oder Behinderung. Untersucht wird der gesamte Zeitraum von der Entscheidungsphase für eine Weiterbildung über die Belegung bis zur Anwesenheit vor Ort.